Ärzte warnen: Bei Dauernutzung können Handys krank machen

Neues Krankheitsbild: 'WhatsAppitis'

Probleme an der Wirbelsäule oder den Handgelenken, Konzentrationsstörungen durch ständige Erreichbarkeit. Jetzt schlagen Ärzte Alarm: Bei Dauernutzung können Handys zu handfesten Gesundheitsprobleme führen.

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Jugendliche holen alle sieben Minuten ihr Handy aus der Tasche. Insgesamt verbringen sie drei Stunden am Tag vor und mit ihrem Smartphone. Das hat eine Studie der Universität Bonn herausgefunden. Das Non-Stop-Chatten bleibt nicht ohne Folgen. Ärzte sprechen bereits von einem neuen Krankheitsbild, der 'WhatsAppitis'.

Für den Orthopäden Dr. Krause sind das zwar noch Einzelfälle, dennoch warnt er vor einem neuen Trend. "Sicherlich sieht man nicht fünf oder sechs Patienten in der Woche. Aber doch immer wieder vor allem junge Mädchen, die über Probleme klagen: an den Daumen, an den Handgelenken und teilweise auch an den Schultern bis hin zur Wirbelsäule."

"Ich gehe sofort an mein Handy, muss sofort zurückschreiben"

Handy Ärzte warnen Dauernutzung Gesundheitsgefahr
Die 16-jährige Marie nutzt ihr Smartphone mehr als zwei Stunden täglich.

Die 16-jährige Marie ist ein typisches Beispiel für die Generation der Dauernutzer: Für sie und ihre Freundinnen ist es längst Alltag, mehr als zwei Stunden am Stück mit ihrem Smartphone zu verbringen. "Wenn jemand schreibt, gehe ich sofort an mein Handy. Ich muss sofort zurückschreiben, sonst denke ich, ich bin nicht up-to-date", sagt Marie.

Nicht nur körperlich, auch mental hat die Handy-Dauernutzung Konsequenzen. Neurobiologen messen bei einigen Patienten bereits nachlassende Konzentration, weil das Gehirn durch ständige Erreichbarkeit und immer neue Impulse nicht abschalten kann. Informatiker vergleichen das mit einem Computer, der ständig und immer gleichzeitig neue Informationen verarbeiten soll. Am Ende ist auch der beste Prozessor überfordert. "Kollegen von mir sprechen da von antrainierten Aufmerksamkeitsstörungen. Das heißt, wir werden nicht mehr in der Lage sein, große, lange Gedanken zu verfolgen", warnt Informatiker Prof. Markowetz.