Aschersleben: Pädophilenring gesprengt – Mitglieder wieder auf freiem Fuß

05.05.2014 | 12:29
Aschersleben, Pädophile Die elf mutmaßlichen Mitglieder des Pädophilenrings befinden sich nach ihrer Festnahme wieder auf freiem Fuß.

Eigene Kinder als Lockvögel benutzt?

Die Polizei hat in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) ein bundesweit operierendes Pädophilen-Netzwerk gesprengt. Dabei wurden zehn Männer im Alter zwischen 22 und 60 Jahren und eine 57 Jahre alte Frau vorübergehend festgenommen – und später wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen keines der elf mutmaßlichen Mitglieder des Pädophilenrings wurde ein Haftbefehl beantragt, teilte die Polizei Magdeburg mit.

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Die Mitglieder der Organisation sollen die eigenen Kinder benutzt haben, um Kontakte zu späteren Opfern herzustellen. Bei einer bundesweiten Razzia am Vortag war nach Angaben des MDR auch ein Kind aufgegriffen und dem Jugendamt übergeben. Es soll als Lockvogel eingesetzt, aber nicht sexuell missbraucht worden sein.

Nach Zoobesuch in der Innenstadt festgenommen

Nach Angaben der Polizei Magdeburg trifft sich die vorrangig im Internet tätige Führungsgruppe des Netzwerkes einmal im Jahr, um neue Kontakte zu knüpfen und vermutlich strafbare Handlungen vorzubereiten. In diesem Jahr war das Treffen am ersten Maiwochenende im Raum Aschersleben anberaumt. "Wir stehen im Augenblick noch am Anfang der Ermittlungen", sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bei einer Pressekonferenz. Daher dürften die Erwartungshaltungen nicht übermäßig hoch sein.

Während ihres Treffens hatten die elf Tatverdächtigen zuerst einen Kinderflohmarkt und später den Zoo in Aschersleben besucht. Am frühen Abend wurden sie dann in der Innenstadt festgenommen. Sie hätten keinen Widerstand geleistet. Nach MDR-Informationen sollen die Tatverdächtigen aus Berlin, Dresden, Leipzig und Dortmund stammen. Im gesamten Bundesgebiet soll es im Zuge dessen zu Wohnungsdurchsuchungen gekommen sein.

Bildquelle: dpa bildfunk