Assad will zu Syrern sprechen – erste Rede seit Monaten

Assad bereit zu Kompromiss mit Opposition?

Der syrische Präsident Baschar al-Assad will heute Stellung zu den "jüngsten Entwicklungen in Syrien und in der Region" nehmen. Das kündigte die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana an.

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Assad will zu Syrern sprechen – erste Rede seit Monaten
© REUTERS, BENOIT TESSIER

Nach Informationen eines Abgeordneten will Assad während seiner Rede Vorschläge für ein Ende des Blutvergießens machen. Demnach will der syrische Präsident eine Waffenruhe, eine Regierungskoalition unter Einschluss von Oppositionsgruppen sowie Parlamentswahlen vorschlagen, zitierten syrische und libanesische Internetportale den Abgeordneten Scherif Schehada. Darüber hinaus wolle er eine Verfassungskommission einberufen. Assad wolle sich aber auch das Recht vorbehalten, bei der nächsten Präsidentenwahl wieder anzutreten.

Assad hatte zuletzt im Juni 2012 vor dem Parlament eine öffentliche Rede gehalten. Anfang November lehnte er in einem Interview mit einem russischen Fernsehsender den Gang ins Exil ab. Er werde in Syrien leben und sterben, gab sich Assad kämpferisch.

Weiter schwere Kämpfe in Damaskus

Im Großraum der syrischen Hauptstadt Damaskus versuchten Regierungstruppen auch am Samstag, den Vormarsch der Rebellen mit massiven Operationen zu stoppen. Wie die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mitteilten, gab es dabei erneut Luftschläge gegen Regimegegner im Umland. Vor allem die Ortschaft Al-Naschabija sei betroffen gewesen, hieß es. Dort habe es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. In einer Reihe von Vororten gebe es zudem weiterhin heftige Kämpfe.

In der Damaszener Innenstadt meldeten Aktivisten die Explosion einer Autobombe im dem Stadtteil Rukn ad-Din. Im Christenviertel Bab Tuma schlug eine Mörsergranate ein. Laut Vereinten Nationen gab es seit Beginn des Konflikts im März 2011 mehr als 60.000 Opfer.

Medienberichten zu folge flüchtete am Samstag erneut ein syrischer Pilot mit seinem Kampfjet über die Grenze. Er landete demnach mit seiner Mig-23 in der türkischen Provinz Adana. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Bei einem ähnlichen Fall war vor mehr als einem halben Jahr ein syrischer Pilot mit einer MiG-21 ins benachbarte Jordanien geflohen und hatte dort politisches Asyl beantragt.


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