Assange überrascht mit Video-Botschaft bei UN

27.09.2012 | 09:48
Julian Assange, Video-Botschaft mit einer Video-Botschaft hat sich Julian Assange aus der ecuadorianischen Botschaft gemeldet, ohne aber wirklich Neues zu verbreiten.

"Obama will den Arabischen Frühling für sich ausschlachten"

Am Rande der UN-Vollversammlung in New York ist eine Video-Botschaft von Wikileaks-Gründer Julian Assange ausgestrahlt worden. Vor den Augen der versammelten Diplomatie nutzte der Australier das ihm gebotene Podium zu einer weiteren Attacke auf die USA und deren Präsident Barack Obama.

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Obama wolle persönlichen Nutzen aus dem Arabischen Frühling schlagen. Dies sei aber falsch, der Arabische Frühling habe in Tunesien begonnen und sei in keiner Weise von den USA gelenkt worden. Über die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe in Schweden verlor Assange kein Wort.

Bei der Veranstaltung wurde auch über den Asylantrag Assanges diskutiert. Seit dem 19. Juni sitzt der 41-Jährige in London in der ecuadorianischen Botschaft und hofft darauf, nach Ecuador ausreisen zu können. Deren Außenminister Ricardo Patino ist optimistisch, dass man zu einer Regelung kommen könne, die Briten beharren weiter darauf, den Wikileaks-Gründer festzunehmen, sobald er die Botschaft verlässt. Dann droht ihm die Auslieferung nach Schweden und von dort möglicherweise in die USA, wo ihm der Prozess gemacht werden soll.

Ägyptens Präsident Mursi spricht erstmals vor der UN

Am Vorabend hatte sich Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei seiner letzten Rede vor der UN-Vollversammlung mit Angriffen auf den Westen und Israel weitgehend zurückgehalten. Anders als bei anderen Auftritten verzichtete er auf antisemitische oder antiwestliche Ausfälle oder die Leugnung des Holocausts. Einen Seitenhieb auf Israel gab es aber dennoch.

Er beschrieb minutenlang den Zustand der Welt. Dabei sagte er auch über eine Übermilitarisierung der Erde: "Die ständige Bedrohung unserer großen Nation durch die unzivilisierten Zionisten sind ein klares Beispiel dieser bitteren Realität." Er warf Israel vor, sein Land direkt zu bedrohen.

Der iranische Präsident ging mit keinem Wort auf den Bürgerkrieg in Syrien ein. Der Iran ist Verbündeter von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Die USA und Israel hatten die Ausführungen Ahmadinedschads boykottiert. Ahmadinedschad beklagte in seiner halbstündigen Rede den Zustand der Welt, die unter Hochrüstung, Arroganz und Armut leide. Verantwortlich machte er dafür jedoch nur allgemein "den Kapitalismus" oder "bestimmte Nationen".

Es ist seine letzte Rede vor der UN-Vollversammlung. Ahmadinedschad darf nach zwei Amtszeiten im kommenden Jahr nicht mehr bei der Präsidentenwahl antreten. Allerdings hat er nicht ausgeschlossen, 2017 noch einmal zu kandidieren.

Mit Spannung wurde auch der erste Auftritt von Ägyptens Präsident Mursi vor der UN erwartet. Dabei räumte er dem Schicksal der Palästinenser und der Lösung des blutigen Konflikts in Syrien höchste Priorität auf der Agenda der Weltpolitik ein. "Das palästinensische Volk muss die Früchte von Freiheit und Würde kosten können", sagte Mursi.

Ohne Israel direkt zu nennen, machte Mursi das Land für die Situation verantwortlich: "Es ist beschämend, dass die freie Welt es hinnimmt, dass ein Mitglied der internationalen Gemeinschaft den Palästinensern, trotz ihrer gerechten Ansprüche, weiterhin das Recht auf eine Nation und Unabhängigkeit verweigert."

Den blutigen Konflikt in Syrien bezeichnete Mursi in seiner rund halbstündigen Rede als "die Tragödie unserer Ära". Das Blutvergießen müsse unverzüglich beendet werden. Mursi rief die syrische Opposition dazu auf, Vorschläge für einen demokratischen Übergang zu machen. Eine militärische Lösung mit ausländischen Truppen lehnte der ägyptische Präsident ausdrücklich ab.

Das islamfeindliche Mohammed-Video, das zu blutigen Ausschreitungen in islamischen Ländern geführt hatte, bezeichnete Mursi als "Obszönität". "Das Verhalten einiger Menschen und die Beleidigungen gegen Mohammed sind nicht akzeptabel und wir verurteilen das."

Heute werden Netanjahu sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vor der Vollversammlung sprechen.

Bildquelle: Reuters