Astro-Spektakel im Video: Venus schiebt sich vor die Sonne

06.06.2012 | 11:14

Nächster Venustransit erst 2117

Ein kleiner Fleck vor der Sonne, wie eine Fliege auf einer Orange: Dieses Bild hat in der Nacht Millionen Menschen in aller Welt in ihren Bann gezogen. Die Venus hat sich zwischen Erde und Sonne geschoben – wer das nicht gesehen hat, wird es in seinem Leben auch nicht mehr erleben. Denn zum 'Venustransit' kommt es höchstens zwei Mal in 100 Jahren, das nächste Mal im Jahr 2117.

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In Deutschland gab es zumindest im Osten nach Sonnenaufgang am Morgen freie Sicht auf das Himmelsspektakel, während im Westen Wolken den Blick versperrten. Nur 20 Prozent der Menschen in Deutschland hatten die Chance, das Schauspiel zu sehen.

Der Transit ist wie eine Mini-Sonnenfinsternis. Die Venus schiebt sich als kleines dunkles Scheibchen vor die leuchtende Sonne. Der dunkle Fleck ist jedoch leicht zu übersehen. Denn die Kontur der Venus erscheint nur rund ein Promille so groß wie die Sonnenscheibe.

Millionen Schaulustige in aller Welt

In Australien, Neuseeland und Ostasien konnten die Menschen schon Stunden vorher das Himmelsspektakel beobachten. Mit Schutzbrillen ausgestattet blickten sie in den Himmel. In zahlreichen Städten hatten astronomische Gesellschaften öffentliche Beobachtungsstationen eingerichtet. In der philippinischen Hauptstadt Manila verzogen sich Dunstschwaden kurz nach Sonnenaufgang und machten einen klaren Blick auf die Sonne frei. In Melbourne hatten sich Regenwolken kurz vor Sonnenaufgang aufgelöst.

Australien galt als besonders guter Beobachtungsstandort, dort konnte man die Venuspassage bei klarem Himmel vollständig sehen. Sie dauert mehr als sechs Stunden. In Deutschland konnte man nach Sonnenaufgang nur noch die letzten eineinhalb Stunden des Spektakels beobachten.