Auch ein Jahr nach der Einführung: E10 bleibt der ungeliebte Ladenhüter

Verunsicherung ist immer noch groß

E10: drei Cent billiger als Super - und trotzdem ein Ladenhüter. Denn die Verunsicherung ist immer noch groß. Ein Jahr nach Einführung tankt deutschlandweit nur jeder zehnte Benzinfahrer E10, obwohl 90 Prozent damit fahren könnten.

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E10 bleibt Ladenhüter
Seit einem Jahr gibt es den Superkraftstoff. Doch er wird nicht angenommen © dpa, Daniel Karmann

Motorschäden bei geeigneten Fahrzeugen sind bislang aber nicht bekannt. "Die Mineralölkonzerne haben vor einem Jahr versäumt, E10 flächendeckend vernünftig einzuführen. Man hat die Autofahrer verunsichert und allein gelassen", so Klaus Reindl, ADAC.

Ölkonzernen wird Bereicherung vorgeworfen

Deswegen tanken diese weiter das alte Super mit nur fünf Prozent Ethanol, obwohl es teurer ist. Durch die Preisdifferenz sollte E10 attraktiver werden, denn die Ölkonzerne befürchteten, die vorgegebene Verkaufsquote nicht einhalten zu können. Die Folge wären 400 Millionen Euro Strafe gewesen, die allerdings ausblieb. Der Grund: E10 wurde dem Markt aufgezwungen, deshalb kann niemand dafür haftbar gemacht werden.

Wegen der Preisdifferenz werfen Verbraucherschützer den Ölkonzernen jetzt Bereicherung vor. Die Bundesregierung will an E10 festhalten, obwohl es sich am Markt noch nicht durchgesetzt hat. So will sie die CO2-Bilanz doch noch verbessern.