Auf Krokodiljagd in 'Down Under'

Auf Krokodiljagd 'Down Under'.
RTL Reporter Niels Büngen auf Krokodiljagd in Australien: 66 messerscharfe Zähne hat ein Krokodil, es wird bis zu sieben Meter lang und wiegt etwa soviel wie ein Kleinwagen.

Niels Büngen, Australien, 11.06.2011

Bevor wir zur Krokodiljagd aufbrechen, erzählt mir Ranger Tom Nichols alles über die Riesenechsen – und macht mir damit ordentlich Angst: 66 messerscharfe Zähne hat ein Krokodil, es wird bis zu sieben Meter lang und wiegt etwa soviel wie ein Kleinwagen, bis zu 1.000 Kilo. Damit gehört das australische Salzwasserkrokodil zu den gefährlichsten Tieren der Welt. Jedes Jahr sterben Fischer, Touristen und kleine Kinder durch Krokodilangriffe. Dazu steigt die Zahl der Krokodile stetig.

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Heute begleite ich den 57-jährigen Tom auf den Flüssen rund um Darwin, der nördlichsten Stadt des fünften Kontinents. Vor etwa zwei Jahren hat ein vier Meter langes Krokodil ganz in der Nähe ein elfjähriges Mädchen unter Wasser gezogen. Einen Tag später fanden die Rettungsteams die Leichenteile in den Sümpfen. Nur etwas weiter flussabwärts fahren wir jetzt mit einem zwar stabilen, aber für meinen Wunsch, viel zu kleinen Boot über den Fluss. Der Kameramann und ich sollen aufpassen, dass wir nicht zu nah den Rand kommen. Die Krokos springen nämlich ganz gern an den Booten hoch und hätten so bereits den ein oder anderen Fischer geschnappt, erzählt Tom. Um die Tiere jedoch vor die Kamera zu bekommen, müssen wir nah ans Wasser. "Das ist euer eigenes Risiko, Jungs", ruft Tom. In dem sumpfigen Wasser sieht man die Tiere leider kaum. Dazu sind sie blitzschnell. Ich behalte also die Wasseroberfläche im Auge, während der Kameramann filmt... "Australien ist ja schließlich das Land der Abenteuer", denke ich.

22 Fallen sind rund um Darwin aufgestellt, sechs von ihnen kontrollieren wir heute. Gleich bei der Ersten haben wir Erfolg: Die Klappe ist unten, innen zappelt ein fünf Jahre altes Männchen. Das funktioniert hier wie bei einer Mausefalle: Die Krokodile werden mit Wildschwein angelockt. Schnappt sich das Krokodil dann das Fleisch, schnappt die Falle zu.

Ein Krokodil auf dem Schoß: "Fühlt sich toll an, oder?"

Nachdem Tom und sein Team der zwei Meter Echse das Maul und die Augen verbunden haben, legt mir Tom das Reptil auf meinen Schoss. "Fühlt sich toll an, oder?" Tom kennt sich aus: Er hat in den letzten 30 Jahren bereits tausende Krokodile gefangen. Dabei hat er auch zwei Finger verloren. "Berufsrisiko", nennt Tom das. Ich spreche schnell meine Sätze in die Kamera und freu mich, wenn das Krokodil endlich vorne im Boot statt auf meinem Schoss liegt.

Rund 400. 000 Euro lässt sich Australien die Krokojagd jedes Jahr kosten. Die Einwohner hier schätzen die Arbeit der Ranger sehr. Zwar wachsen die meisten Menschen hier mit der Gefahr auf, doch nun fühlen sie sich zumindest etwas sicherer. Schwimmen geht hier ganz im Norden während der Regenzeit kaum jemand. Für Urlauber bei den tollen Sandstränden, die es hier gibt, kaum zu verstehen. Doch sobald die Touristen ihr erstes Krokodil sehen, ziehen auch sie das Freibad dem Ozean vor.

Wir erreichen Falle Nummer zwei: Fast drei Meter lang ist das nächste Krokodil. Wir rutschen alle etwas näher zusammen, nur so passt das Riesenreptil auch noch mit ins Boot. Die zwei Echsen landen jetzt auf einer Farm: Manche Zoos zahlen sogar bis zu 20.000 Euro für ein ausgewachsenes Männchen.

Am Ende des Tages wage ich mich doch noch näher ans Wasser. Tom sagt, ich könne es ruhig riskieren. Denn jetzt, in der kühleren Trockenzeit, seien die Krokodile nicht ganz so hungrig wie sonst...


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