Aufregung in Hamburg: Sextäter ziehen in Altenheim ein

Ungeliebte Nachbarn in Hamburg-Jenfeld

Die Menschen im Hamburger Stadtteil Jenfeld sind außer sich. Die Behörden wollen dort in einem leerstehenden Altenheim mehrere Schwerverbrecher unterbringen, die eigentlich in Sicherungsverwahrung sitzen sollten. Zwar will man die Männer rund um die Uhr von bis zu 40 Polizeibeamten im Schichtdienst bewachen, trotzdem wollen die Anwohner um keinen Preis verurteilte Sextäter und Mörder in der Nachbarschaft haben.

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So wie Hans-Peter W.: Er wurde wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauchs verurteilt. Nach der Haft verbringt er zweiundzwanzig Jahre in Sicherungsverwahrung, weil er sich nicht therapieren lassen will. Karsten D. wurde wegen Totschlags verurteilt. Unter Alkoholeinfluss soll er gefährlich sein. Die beiden Männer sind die beiden Ersten, die in das leerstehende Altenheim einziehen sollen.

Perspektive für Schwerverbrecher?

Mit einem Anschreiben wurden die Anwohner über ihre zukünftigen neuen Nachbarn informiert. Am kommenden Dienstag sollen sie bei einem Informationsabend die Möglichkeit bekommen, dringende Fragen zu klären. Klar ist bislang nur, die Schwerverbrecher, die in die Zwei-Zimmer-Wohnungen einziehen werden, müssen das nicht tun - sie machen es freiwillig.

Die Verantwortlichen möchten den Straftätern offenbar eine Perspektive bieten. Eigentlich waren die Männer nachträglich zu Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Dies ist aber nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts unzulässig. Vormittags sollen die Männer offenbar in der JVA Glasmoor arbeiten, nachmittags und abends in dem ehemaligen Altenheim pädagogisch betreut werden.

Angeblich soll das Altenheim den Schwerverbrechern nur für ein Jahr als zu Hause dienen. Dann soll hier eine Kindertagesstätte entstehen. Wo dann die Straftäter untergebracht werden, ist noch unklar