Aufregung um Satire-Magazin 'Kot & Köter' - Hundefreunde jaulen auf

11.04.2014 | 10:40
Kot und Köter Satire für Hundehasser Wulf Beleites gibt die Satire-Zeitschrift 'Köter und Köter' heraus.

Bissiger Spott für "Nuttenpudel" und andere Vierbeiner

'Kot und Köter' heißt eine neue Satirezeitschrift, die eine besondere Zielgruppe hat: Hundehasser. Herausgeber ist der Hamburger Journalist Wulf (nicht Wuff!) Beleites. Ihn regt seit vielen Jahren auf, dass, seiner Meinung nach, Hunde und Katzen in Deutschland eine größere Lobby haben als Kinder.

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Entstanden ist die Idee für das bissige Zentralorgan für Hundehasser vor vielen Jahren beim Bier in der Kneipe. "Wir haben uns überlegt, welche überflüssige wie überfällige Zeitschrift der deutsche Markt nicht braucht", erzählt Beleites. Nun konnte er sie realisieren – dank Crowdfunding. Und: 850 Menschen haben das Heft seinen Angaben nach bisher abonniert – vier Ausgaben jährlich, 7,80 Euro pro Ausgabe. Die Beiträge stammen von Autoren, die "eindeutig etwas gegen die Vierbeiner und ihre Halter haben", so der Herausgeber. Er sieht sein Blatt als "unsentimentale und intelligente Abrechnung mit dem Mythos vom besten Freund des Menschen."

Themen sind Alltäglichkeiten, über die sich wohl jeder Mensch schon mindestens einmal geärgert hat: die Tretminen der Vierbeiner, freilaufende Bellos in Parks, die Picknickkörbe plündern. Aber auch überzogene Tierliebe, Vermenschlichung nehmen die Schreiber aufs Korn. Streng satirisch, versteht sich. Zu den Abhandlungen über die Spezies 'Canis lupus familiaris' gehört auch eine spezielle Charakterisierung eines lockigen Vertreters: "Der Nuttenpudel – Nur im Reservat der zwischenmenschlichen Käuflichkeit erfüllt der Pudel einen legitimen Auftrag", heißt es.

Herausgeber wird bedroht

Weil aber nicht Jedermann Satire versteht, wird Wulf Beleites nun nicht nur massiv angefeindet, sondern auch offen bedroht – nicht nur von Pudelfreunden. Angeblich hat sich zur Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung von 'Kot und Köter' eine Rockergruppe angekündigt, um ihm "eins auf die Glocke zu geben", sagt er.

Aber es gibt auch genügend Hundehalter und –freunde, die das alles etwas differenzierter sehen und wissen, dass für das Verhalten eines Hundes zuallererst derjenige verantwortlich ist, der am anderen Ende der Leine steht - Frauchen oder Herrchen. Somit ist zu hoffen, dass 'Kot und Köter' einen Beitrag zu mehr Nachdenklichkeit leistet und dazu beiträgt, dass mehr Menschen ihre Hunde verantwortungsvoll erziehen und halten.