Aus Angst vor Nordkorea: Abwehrraketen mitten in Tokio aufgestellt

09.04.2013 | 09:31
Japan schützt Tokio mit Abwehrraketen Aus Angst vor Nordkorea hat Japan mitten in Tokio in Stellung gebracht.

Nordkoreas Nachbarn in Sorge

Nordkoreas Nachbarn sind nach den anhaltenden Drohungen des Regimes offenbar in Sorge: Das japanische Verteidigungsministerium bringt mitten in der Hauptstadt Tokio Raketenabwehrvorrichtungen in Stellung.

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Eine PAC-3-Abschusseinheit wurde auf dem Gelände des Ministeriums im Stadtteil Ichigaya aufgestellt, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Auch an zwei anderen Orten der Millionen-Metropole sollen PAC-3-Anlagen in Stellung gebracht werden. Zuvor hatte Verteidigungsminister Itsunori Onodera den Befehl erteilt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, sollten diese japanisches Territorium erreichen. Die japanische Marine hat zu diesem Zweck Aegis-Zerstörer ins Japanische Meer entsandt.

Nordkorea legte unterdessen allen in Südkorea lebenden Ausländern nahe, im Kriegsfall das Land zu verlassen. "Wir wollen Ausländern in Südkorea keinen Schaden zufügen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA einen Regierungsvertreter. Die Ausländer sollten sich über Schutzräume informieren und ihre Abreise planen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Industriepark Kaesong abgeriegelt

Zuvor hatte Nordkorea bereits seine Drohung mit der Schließung der letzten verbliebenen Verbindung zum Süden wahr gemacht. Nach einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap erschienen keine nordkoreanischen Arbeiter in den Fabriken der gemeinsam mit dem Süden unterhaltenen Sonderwirtschaftszone Kaesong. Damit ruht die Arbeit dort zum ersten Mal seit die Sonderwirtschaftszone 2004 eingerichtet wurde. Einen entsprechenden Schritt hatte die Führung in Pjöngjang am Vortag angekündigt.

In Kaesong arbeiteten bis zu 50.000 nordkoreanische Arbeiter für südkoreanische Firmen. Auf dem Gelände innerhalb Nordkoreas befinden sich noch knapp 500 südkoreanische Arbeiter. Nordkorea hatte in der vergangenen Woche damit begonnen, Südkoreaner nicht mehr in das Gebiet einzulassen.

Auch viele Bundesbürger nehmen die Drohungen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sehr ernst. Knapp ein Drittel (31 Prozent) glaubt, er werde seine Androhung eines atomaren Erstschlags wahr machen, wie eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ‚YouGov‘ zeigt. 43 Prozent der Befragten glauben das nicht. Die Hälfte (54 Prozent) hat Angst vor einem möglichen Krieg zwischen Nord- und Südkorea sowie den USA. 40 Prozent geben an, keine Angst davor zu haben.

Bildquelle: Reuters