Ausgebeutete REWE-Praktikantin: Chef gefeuert

Ausgebeutete REWE-Praktikantin: Chef gefeuert
© dpa, Mauritz Antin

"Kein Platz für Verstöße gegen Gesetze"

Vergangene Woche machte die Geschichte der Rewe-Praktikantin, die ohne Bezahlung in einem Bochumer Supermarkt arbeiten musste, Schlagzeilen. Die Supermarktkette zog jetzt die Konsequenzen aus diesem Fall, entließ den Filialleiter und gab eine deutliche Stellungnahme ab.

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"Es gibt in der REWE Group keinen Platz für Verstöße gegen Gesetze und soziale Standards und wo es entgegen unserer genossenschaftlichen Grundwerte zu solchen Verstößen kommt, werden unverzüglich Konsequenzen gezogen. Das gilt sowohl für Mitarbeiter als auch für Kaufleute", erklärte REWE Group-Sprecher Martin Brüning zur Entscheidung der REWE Dortmund, sich von dem Kaufmann in Bochum zu trennen.

Der Mann war vom Arbeitsgericht Bochum zur Nachzahlung von rund 17.000 Euro an die ehemalige Praktikantin verurteilt worden, die bei ihm ohne Entgelt ein achtmonatiges Praktikum absolviert hatte. Nach Prüfung und Abwägung aller vorliegenden Fakten hat die Rewe Dortmund nun gehandelt.

Aber wie konnte es bei REWE überhaupt zu so einem Fall kommen? Unter dem Dach der genossenschaftlichen REWE Group firmieren sowohl Filialmärkte (Regiemärkte) als auch Partnermärkte, die von selbstständigen Kaufleuten geführt und betrieben werden. Der selbstständige Kaufmann führt als Einzelunternehmer eine eigenständige, kleine Gesellschaft. Insofern handelt er auch in Personalangelegenheiten eigenständig und unabhängig. "Das entlässt ihn aber selbstverständlich nicht aus der Pflicht, seinen Markt tagtäglich nach den genossenschaftlichen Grundwerten der REWE Group zu führen und sich an Recht und Gesetz zu halten", so Brüning.


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