Auswärtiges Amt: Zwei Deutsche in Kolumbien entführt

05.02.2013 | 20:12
Auswärtiges Amt: Zwei Deutsche in Kolumbien entführt Die 'Nationale Befreiungsarmee' (ELN) hält nach eigenen Angaben zwei deutsche Männer in Kolumbien gefangen.

Kolumbien: Deutsche Touristen festgehalten

In Kolumbien sind zwei deutsche Touristen von Rebellen entführt worden. Die 'Nationale Befreiungsarmee' (ELN) gab im Internet bekannt, dass sie die beiden Männer schon vor Wochen in der Umgebung von Catatumbo im Nordosten des Landes gefangen genommen habe.

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Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zwei Deutsche gegen ihren Willen in Kolumbien festgehalten werden. Es handele sich um Rentner, die als Touristen in der Region unterwegs gewesen seien.

Die 'Nationale Befreiungsarmee' (Ejército de Liberación Nacional - ELN) wurde in den 1960er Jahren von marxistische Gruppen mit Kontakten zu Kuba gegründet, um das Elend der Kleinbauern zu bekämpfen. Sie ist vor allem im ölreichen Nordosten Kolumbiens aktiv. Die zweitgrößte Guerilla-Armee Kolumbiens hatte in den 1990er Jahren schätzungsweise bis zu 5000 Kämpfer, Ende 2012 waren es nach Informationen des Verteidigungsministeriums aber nur noch 1.500.

Die Rebellen sehen in ihren Gefangenen nach eigenen Angaben Spione. "In den Wochen, in denen sie festgehalten werden, haben sie ihre Anwesenheit in diesem Gebiet nicht rechtfertigen können, weshalb sie vorerst als Geheimagenten betrachtet werden", heißt es im Kommuniqué der Guerilla. Spione stünden nicht unter dem Schutz des internationalen Völkerrechts. Niemand habe die Männer bislang als vermisst gemeldet, teilte die ELN weiter mit.

Staatschef fordert unverzügliche Freilassung

Der Migrationsdienst des kolumbianischen Außenministeriums teilte mit, dass die beiden mit Touristenvisen ins Land gereist seien, die am 28. Januar ausliefen. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel forderte die unverzügliche Freilassung der beiden Entführten. "Wem könnte es einfallen, dass zwei Deutsche hier in Kolumbien spionierten? Das ist nur eine Ausrede, die niemand mit klarem Verstand akzeptiert", erklärte Santos.

Die kolumbianische Regierung beauftragte den Chef der Polizei-Spezialeinheit zur Entführungsbekämpfung, General Humberto Guatibonza, mit der Untersuchung des Falles. Die ELN hatte am 18. Januar einen Kanadier, zwei Peruaner und zwei Kolumbianer entführt, die für ein Bergbauunternehmen im nordkolumbianischen Departement Bolívar arbeiteten. Die Rebellen erklärten, sie handelten "in Verteidigung der Ressourcen" Kolumbiens.

Santos teilte mit, die Sicherheitskräfte wüssten genau, wo diese fünf Entführten gefangen gehalten werden. "Wir bieten ihnen an, das Rote Kreuz (zur Übergabe) hinzuschicken, da wir nicht das Leben der Entführten mit einer Militäraktion aufs Spiel setzen wollen", erklärte der Staatschef.

Bildquelle: dpa bildfunk