Autobahn-Drama: War der Holzstamm-Wurf geplant?

Holzstamm Dieser 30 Kilogramm schwere Holzstamm krachte auf das Auto des Opfers.

Täter wird versuchter Mord vorgeworfen

Mit 100 Stundenkilometern ist ein 34-Jähriger auf der Autobahn 45 bei Wetzlar unterwegs, als plötzlich an einer Brücke ein 30 Kilogramm schwerer Holzstamm auf sein Auto kracht. Der Fahrer rast in eine Böschung und wird schwer verletzt. Den Ermittlern erzählt er, dass er nur noch einen Schatten von oben kommen sah. Sie gehen davon aus, dass der Täter genau wusste, was er tat.

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"Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass der Baumklotz in diesem Moment geworfen wurde, als das Fahrzeug in unmittelbarer Nähe der Brücke war", erklärt Martin Späth von der Staatsanwaltschaft Wetzlar. Die Polizei hat DNA-Spuren vom Holzklotz genommen und hofft so den Täter überführen zu können. Gegen ihn wird jetzt wegen versuchten Mordes ermittelt.

Brückenwerfer wollen Tiefe erleben

Immer wieder werfen Unbekannte Holzpflöcke oder Steine von Autobahnbrücken. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich 2008 bei Oldenburg: Damals starb die zweifache Mutter Olga K. vor den Augen ihrer Familie als ein Holzpflock die Windschutzscheibe ihres Autos zerschlug. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

"Es ist eine sehr starke Neigung, wenn man irgendwo oben ist, etwas herunterzuwerfen, um die Tiefe zu erleben", sagt der Psychologe Georg Sieber. In der Regel überlegten die Leute, wenn sie etwas auf die Autobahn werfen, erst hinterher. Der Fachbegriff dafür lautet Tiefenwurfreflex.