Baby Michala aus Kinderwagen gerissen und entführt – Urteil gegen Paar vertagt

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Sie sollen in Tschechien das Baby Michala aus dem Kinderwagen entführt haben, heute wird in Koblenz das Urteil gegen die 48-Jährige und ihren 51-jährigen Freund erwartet. © dpa, Thomas Frey

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich

Sie sollen das Baby vor den Augen seiner Mutter aus dem Kinderwagen gerissen haben - die spektakuläre Entführung der wenige Wochen alten Michala in Tschechien sorgte im Sommer 2012 für Schlagzeilen. Ein Pärchen ist deshalb vor dem Landgericht Koblenz angeklagt. Beiden droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Jetzt sollte das Urteil fallen. Doch auf Antrag der beiden Verteidiger werden weitere zwei Zeugen geladen, der nächste Termin ist für den 4. März vorgesehen.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, am 4. Juli 2012 im tschechischen Ústí nad Labem das Baby entführt und nach Deutschland gebracht zu haben. Michala war später wohlbehalten in der Neuwieder Wohnung der Mutter der Angeklagten gefunden worden.

Die 48-Jährige hatte die Tat gestanden und ihren 51 Jahre alten mitangeklagten Freund entlastet. Nach den Worten seines Verteidigers tat der Angeklagte das Ganze in dem Glauben, sein eigenes, gekidnapptes Kind zurückzuholen.

Anwalt: Entführer dachte, es sei sein Kind

Die Frau soll ihrem Lebensgefährten erzählt haben, von ihm Drillinge zu erwarten. Da sie in Deutschland nicht krankenversichert gewesen sei, habe sie die Kinder in Tschechien zur Welt bringen wollen. Der Verteidiger geht davon aus, dass die Frau tatsächlich schwanger war.

In Tschechien habe die Komplizin ihrem Freund nach der angeblichen Geburt - bei der er nicht dabei war - zunächst erzählt, zwei der drei Kinder seien entführt worden. Später habe sie gesagt, die zwei Kinder seien während der Entführung gestorben und das dritte sei ebenfalls gekidnappt. Der Mann sei dann davon ausgegangen, dass Michala sein Kind sei.


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