Baby schwarz: Weiße verklagt Samenbank

02.10.2014 | 10:47
Jennifer Cramblett und ihre Tochter Payton Jennifer Cramblett zieht in den USA vor Gericht, weil sie von einer Samenbank Sperma eines Schwarzen erhalten hat. Ihre Tochter Payton ist dunkelhäutig.

Kurioser Rechtsstreit in den USA: Eine weiße Mutter hat im US-Staat Ohio hat eine Samenbank verklagt, weil diese ihr Sperma von einem Schwarzen verkauft hat.

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Die lesbische Mutter Jennifer Cramblett, die mit einer anderen Frau zusammenlebt, hatte vor zwei Jahren ein dunkelhäutiges Mädchen zur Welt gebracht, berichtete die Zeitung 'Chicago Tribune'. Jetzt beklagt sie sich darüber, dass ihre Tochter in dem Ort, in dem die Familie lebt, auf Vorurteile stoße.

In dem 2.800-Einwohner-Ort Uniontown leben fast nur Weiße. Allein schon ein Friseurbesuch sei für die kleine Payton problematisch, da sie das krause Haar der Afroamerikaner habe, meinte ein Anwalt. Die Samenbank habe "den entscheidenden Fehler gemacht, den sie nicht machen darf. Es ist nicht wie beim Pizza-Bestellen", sagte der Jurist dem TV-Sender NBC.

Offenbar ist es bei der Samenspende zu einer Verwechslung gekommen, berichtet die 'Chicago Tribune'. Für Jennifer Cramblett und ihre Partnerin Amanda Zinkon sei die Samenspende Nummer 380 vorgesehen gewesen - diese stammte von einem Weißen. Crambletts Arzt erhielt allerdings die Spende mit der Nummer 330 - dabei handelte es sich um das Sperma eines Afro-Amerikaners. Von dem Fehler erfuhr Jennifer Cramblett bereits während ihrer Schwangerschaft, also vor etwas mehr als zwei Jahren. Jetzt klagt sie wegen der "emotionalen und ökonomischen" Probleme, die sie seit der Geburt ihrer Tochter erdulden musste.

Crambletts Anwälten zufolge konnte es nur zu der Verwechslung kommen, weil die 'Midwest Sperm Bank' die Samenspenden handschriftlich nummeriert und nicht mit Computerausdrucken. Ob an dieser Vermutung etwas dran ist, muss jetzt das Gericht klären. Die kleine Payton ist wohl noch zu jung, um den Hintergrund des Streits zu verstehen. Aber eines Tages wird sie erfahren, dass sie für ihre Mutter das Ergebnis einer Verwechslung ist. Ganz gleich, wie das Gericht den Fall beurteilt.