Babymord: Warum merkte das Jugendamt nichts?

Eltern vergruben Leiche im Garten

Vor zwei Jahren soll ein Elternpaar aus Brandenburg sein neugeborenes Baby getötet und im Garten vergraben haben. Nach ihrer Verhaftung steht jetzt das Jugendamt Luckenwalde unter Druck. Es muss sich fragen lassen, warum es trotz Betreuung der Familie nichts von der Schwangerschaft bemerkt hat.

Daniel L. hat mit der Verhafteten auch ein Kind. Er hat einen jahrelangen Sorgerechtstreit mit seiner Ex hinter sich und ist erschüttert über den Leichenfund im Garten - und erhebt schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt. Er sagt, er habe die Behörde sogar über seinen Verdacht, seine Ex sei wieder schwanger, informiert.

Das Jugendamt weist die Vorwürfe zurück. "Es ist nicht wahr, dass wir uns um diese Familie nicht gekümmert haben. Wir haben in unseren Unterlagen keine Hinweise gefunden, dass die Mutter erneut schwanger war oder das es Alkoholexzesse gab", teilte das Amt auf Anfrage mit.

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"Obduktion außerordentlich schwierig"

Durch einen Hinweis hatte die Polizei am Samstag von der Tat im 70 Kilometer südlich von Berlin gelegenen Jüterbog die Babyleiche entdeckt. Die 37-jährige Frau gestand nach Angaben der Polizei die heimliche Geburt des Kindes. Der Mann soll nach ersten Ermittlungen das Baby an sich genommen und vergraben haben. Der Frau und dem 34-jährigen Mann wird gemeinschaftlich begangener Mord vorgeworfen.

Zur Todesursache können die Ermittler noch nichts sagen. "Durch die lange Liegezeit gestaltet sich die Obduktion außerordentlich schwierig", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam. Die Untersuchung habe bereits am Wochenende in der Rechtsmedizin Potsdam begonnen.


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