Bachelor - eine Erfolgsgeschichte?

Kritik an Bachelor-Studiengängen berechtigt?
Bundesbildungsministerin Annette Schavan lädt zur zweiten 'Nationalen Bologna-Konferenz'. © dpa, Soeren Stache

Schavan lädt zur zweiten 'Nationalen Bologna-Konferenz'

Aufgrund anhaltender Kritik zu den deutschen Bachelor- und Masterstudiengängen hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), Bund und Länder zur zweiten 'Nationalen Bologna-Konferenz’ nach Berlin eingeladen. Laut Schavan ist die Kritik nicht berechtigt, da die Einführung der Bachelor-Studiengänge heute mehr jungen Menschen die Möglichkeit biete, ihre Ausbildung im Ausland fortzusetzen. Demnach habe die Auslandsmobilität deutscher Studenten stark zugenommen.

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Ein Problem bleibe jedoch weiterhin bestehen: Zwar gelinge einem Großteil der Bachelor-Absolventen ein reibungsloser Einstieg in das Berufsleben, doch ein Masterstudium bei Hochschulwechsel werde erheblich erschwert.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Bernd Althusmann (CDU) zieht zwölf Jahre nach dem Start trotzdem positive Bilanz. Die Ergebnisse der aktuell durchgeführten Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und dem HIS-Institut für Hochschulforschung zeigt: Die Hälfte der Fachhochschul-Absolventen und ein Viertel der Uni-Absolventen nimmt mit dem ersten akademischen Abschluss direkt eine Berufstätigkeit auf.

Bachelorstudium ermöglicht schnelleren Berufseinstieg

Die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge wurde 1999 von zahlreichen Staaten auf einer Konferenz im italienischen Bologna beschlossen. Das Ziel war, die Studienzeiten zu verkürzen, die Zahl der Studienabbrecher zu verringern und mehr jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen. Studierende und Unternehmen kritisieren jedoch den fehlenden Praxisbezug und eine gleichzeitige Stoffüberfrachtung in den Studiengängen.

Bachelor- und Masterstudiengänge sind in Deutschland das Kernstück der sogenannten Bologna-Reform. Der Bachelor führt nach drei bis vier Jahren zum Abschluss. So sollen die deutschen Hochschulabsolventen früher als bisher ins Berufsleben einsteigen. Auf dem Bachelor baut der ein- bis zweijährige Masterstudiengang auf. Von Studenten, aber zum Teil auch von Professoren wird bemängelt, dass die Prüfungsdichte zu hoch und die Vorgaben zu starr seien. Auch von einer zu weitgehenden Verschulung des Studiums war die Rede.


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