Backnang: Bewohner sollen Brand ausgelöst haben

Ermittler: Katastrophe hätte verhindert werden können

Die Brandkatastrophe von Backnang mit acht Toten ist möglicherweise durch eine glimmende Zigarette ausgelöst worden. Bei dem verheerenden Feuer waren vor vier Wochen eine 40-jährige Mutter und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen. Es habe zunächst einen kleinen Brand auf einer Schlafcouch gegeben, der sich zu einem offenen Flächenbrand ausweitete, erklärten die Ermittler. Ein fremdenfeindlicher Anschlag sei ausgeschlossen.

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Backnang Feuer Brand Ursache
Die türkische Gemeinde in Backnang bei der Trauerfeier für die acht Brandopfer © dpa, Marijan Murat

Besonders tragisch sei gewesen, dass die Familie den zunächst kleinen Schwelbrand unterschätzte und versuchte, das Feuer selbst zu löschen. "Ich denke, es hätte Möglichkeiten zur Rettung der Kinder und ihrer Mutter gegeben", sagte der Leiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Siegfried Mahler. Entgegen erster Vermutungen könne sowohl ein technisch-elektrischer Defekt als auch Brandstiftung ausgeschlossen werden. Das hätten auch externe Sachverständige des Forensischen Instituts der Kantonspolizei Zürich bestätigt.

Nach Angaben der Ermittler brach das Feuer in den frühen Morgenstunden auf einer Schlafcouch aus, auf der die Mutter der getöteten 40-Jährigen schlief. Mehrere Familienmitglieder - auch die Großmutter - hätten in der Wohnung geraucht. Die Großmutter kann wegen eines ärztlichen Attests nicht zum genauen Hergang befragt werden, hieß es weiter. Es werde aber weder gegen sie noch gegen andere Familienmitglieder strafrechtlich ermittelt, sagte Mahler. Die Großmutter, ein Sohn der Frau sowie dessen Onkel hatten sich aus dem brennenden Gebäude retten können. Die Oma war noch am Tag nach der Brandnacht wieder an die Unglücksstelle zurückgekehrt.

Zigarette könnte Auslöser gewesen sein

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Auslöser des Brandes selbst im Feuer verbrannt ist. Es könne sich beim Brandherd beispielsweise um eine Zigarette oder um eine Kerze handeln. "Eine Kerze scheidet allerdings eher aus, weil die Familie nach eigenen Angaben selten Kerzen benutzt hat", sagte der Leiter der Kriminalpolizei Waiblingen, Thomas Schöllhammer.

Nach dem Ausbruch des Feuers habe die Großmutter ihren Sohn im Nebenzimmer geweckt und gemeinsam mit ihm versucht, das Feuer mit Kochtöpfen zu löschen. Nachdem dies nicht gelungen sei, hätten sich die Flammen trichterförmig nach oben ausgebreitet. "Die vier Jungen in dem hinteren Zimmer sind im Schlaf erstickt und haben von dem Feuer gar nichts mitbekommen", so Schöllhammer.

Einen fremdenfeindlichen Anschlag schließen die Ermittler sicher aus. "Wir wissen definitiv, dass beide Türen zum Zeitpunkt des Brandausbruches von außen verschlossen waren, es kann kein Molotowcocktail in die Wohnung geworfen worden sein", betonte Schöllhammer. Auch ein Ofen in dem Zimmer käme als Brandherd nicht in Betracht, weil später darin Papier und Holz gefunden wurden. "Der Schornsteinfeger hat bestätigt, dass der Ofen ordnungsgemäß aufgestellt und regelmäßig gewartet wurde."