Bad Segeberg: Jetzt spricht die Retterin des 'Keller-Kindes'

Eltern sperrten Dreijährigen in Verlies ein

Nach der Rettung eines Dreijährigen aus einem Kellerverlies spricht nun die Frau, die den Jungen rettete. Sie hatte ihn entdeckt und die Polizei verständigt und war bei der Rettung dabei.

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Als Christiane Kutschke den Heizungsmonteur in den Keller ließ, ahnte sie nichts Böses. Als er jedoch von einer verschlossenen Tür berichtete, hinter der eine Kinderstimme zu hören war, verständigte sie umgehend die Polizei. Den Beamten, die den Keller öffneten, und der Retterin bot sich ein Bild des Schreckens: "Der kleine Junge stand da und konnte nicht einmal seinen Namen sagen", erinnert sich Kutschke, die bei der Aktion dabei war.

Dreijähriger in Pflegefamilie untergebracht

Nach RTL-Informationen hatte das eigentlich zuständige Jugendamt die Betreuung der Familie weitgehend einer Fremdfirma übertragen. Es habe aber zumindest enge Absprachen mit den Mitarbeitern der Jugendhilfefirma gegeben, die Zustände in der Familie stufte man demnach als nicht so schlimm ein. "Unter bürgerlichen Maßstäben ist das anders als das, was die Leute der Jugendhilfe in Pflegefamilien oft antreffen, aber verwahrlost trifft nicht zu", meint Dr. Georg Hoffmann, Leiter des zuständigen Jugendamts.

"Die Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und freiem Träger ist eine partnerschaftliche, die letztliche Verantwortung hat aber das Jugendamt", so Erich Kramer, Fachanwalt für Familienrecht.

So sieht es auch Kutschke. Ihrer Meinung nach hätte man den Fäkaliengestank aus dem Keller auch in den oberen Räumen wahrnehmen müssen, auch wenn sie den Betreuern persönlich keinen Vorwurf machen will. "Dass die den Raum nicht betreten haben, okay. Aber wenn sie eine Firma beauftragen, müssen sie auch die Firma kontrollieren", sagt sie.

Gegen die Eltern ermittelt die Staatsanwaltschaft, gegen das Jugendamt bislang nicht. Immerhin: Dem Dreijährigen geht es laut Jugendamt in seiner derzeitigen Pflegefamilie den Umständen entsprechend gut.