Baden-Württemberg erlässt neue Regeln: Lehrer künftig bei Facebook offline

23.07.2013 | 11:54
Soziale Medien in Schulen: Facebook-Verbot für Lehrer Baden-Württemberg hat jetzt neue Regeln für das Internet im Unterricht erlassen - aus Datenschutzgründen. So dürfen Lehrer nicht mehr bei Facebook & Co. kommunizieren.

Schnelle Kommunikation mit Schülern über Facebook verboten

Soziale Netzwerke wie Facebook sind seit langem Alltag für junge Menschen. Baden-Württemberg hat jetzt neue Regeln für das Internet im Unterricht erlassen - aus Datenschutzgründen. Die Handreichung 'Der Einsatz von Sozialen Netzwerken an Schulen' des Kultusministeriums erlaubt beispielsweise, dass Fanpages der Schulen bei Facebook gepflegt werden, Lehrer aber dürfen soziale Netzwerke nicht dienstlich nutzen. Heißt: Die Kontaktaufnahme zu Schülern via Facebook & Co. soll unterbunden werden. Problematisch, wenn viele junge Menschen fast nur noch über soziale Netzwerke kommunizieren.

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Die "Verwendung von sozialen Netzwerken für die dienstliche Verarbeitung personenbezogener Daten" sei "generell verboten" – so heißt es in dem Papier. Keine Chats, keine Direktnachrichten, keine Online-Terminvereinbarung: Lehrer im Südwesten dürfen soziale Netzwerke zu keinerlei dienstlicher Kommunikation mit Schülern oder Kollegen nutzen.

Alles sei mit deutschen oder europäischen Datenschutzgesetzen nicht zu vereinbaren. Es gehe vor allem um personenbezogene Daten von Schülern, die nicht auf amerikanischen Servern landen dürften. Diese Regeln sollen eine Unterstützung für Lehrer sein, denn es habe eine "große Unsicherheit" unter den Lehrern geherrscht, so Ministeriumssprecherin Christine Sattler.

Ministerium rät zum "konventionellen Schriftverkehr"

Kurzfristig ließen sich Termine für Kurse und Arbeitsgemeinschaften absprechen. Fiel eine Unterrichtsstunde aus, bekamen es die Schüler sofort mit – zeitaufwendige Telefonketten gehörten der Vergangenheit an. Doch das Ministerium rät zum "konventionellen Schriftverkehr" und zur "Nutzung verschlüsselter E-Mails einschlägiger Anbieter".

Im Unterricht wiederum dürfen dem Papier zufolge soziale Netzwerke dazu genutzt werden, "um Funktionsweise, Vorteile, Nachteile, Risiken usw. pädagogisch aufzuarbeiten". Sanktionen für Lehrer, die sich nicht an diese Vorschriften halten, sind nicht vorgesehen.

Bildquelle: Reuters