Banküberfall in Berlin: Einbrecher graben 30-Meter-Tunnel

Bankräuber legen Feuer und fliehen

Ein spektakulärer Coup ist Gangstern in Berlin gelungen. Wie im Film drangen sie durch einen 30 Meter langen Tunnel in eine Bankfiliale ein, räumten dort zahlreiche Schließfächer aus und entkamen mit der Beute.

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In Berlin sind Einbrecher durch einen 30 Meter langen Tunnel in eine Bank eingedrunken. © dpa, Paul Zinken

Nach ersten Erkenntnissen gruben die unbekannten Täter den Gang selbst. Der Tunnel, der rund 1,50 Meter hoch sein soll, beginne mit einem Durchbruch in einer Tiefgarage hinter der Bank, bestätigte eine Sprecherin. "Das war professionell aufgebaut." Die Polizei ist sich sicher, dass ein solcher Tunnel nicht in einer Nacht zu buddeln ist. Vermutlich sei die Tat von langer Hand geplant gewesen. Der Bau könne Tage oder Wochen gedauert haben.

Der Einbruch war am frühen Morgen über Umwege aufgeflogen. "Ein Anwohner bemerkte gegen 6.15 Uhr Rauch in der Tiefgarage", so die Sprecherin. Die alarmierten Sicherheitskräfte entdeckten dann den Durchbruch in der Garage. Vermutlich hätten die Täter das Feuer gelegt, um Spuren zu verwischen. In der Tiefgarage gebe es einzelne Stellplätze, die mit Rolltoren abgetrennt und deshalb nicht von außen einsehbar seien. Von dort aus konnten die Täter offenbar unbehelligt graben und bauen.

Tunnel wurde nicht zum ersten Mal gegraben

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Berliner Westen war wiederholt Schauplatz spektakulärer Banküberfälle und Geiselnahmen. Erst im Dezember - kurz vor Weihnachten - hatte ein Mann dort eine Bank überfallen. Er hielt neun Stunden einen Angestellten als Geisel in seiner Gewalt, bevor die Polizei ihn zum Aufgeben bewegte.

Auch einen Tunnel gruben Gangster dort nicht zum ersten Mal. Im Juni 1995 waren vier Räuber über einen selbst gegrabenen Tunnel in eine Bank in Zehlendorf eingestiegen und hatten 16 Geiseln genommen. Kurz bevor die Polizei das Gebäude stürmte, flohen die sogenannten Tunnelräuber mit ihrer Beute durch die Röhre. Diesmal stellten es die Täter schlauer an - sie verschwanden ohne Geiselnahme und akuten Polizeialarm mit ihrer Beute.