Beamte werden bei Fluthilfe bevorzugt

30.06.2013 | 15:24
Hilfspaket: Beamte bevorzugt Flutopfer erhalten meist nur ein paar Hundert Euro Zuschuss pro Person.

10.000 Euro Vorschuss aus Hochwasserfonds

Beamte des Bundes werden bei der Beseitigung der Flutschäden im Osten und Süden Deutschlands einem Bericht zufolge stark bevorzugt. Während betroffene Flutopfer ein paar Hundert Euro pro Person bekommen, erhalten Bundesbedienstete demnach bis zu 10.000 Euro Vorschuss pro Haushalt.

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Nachdem sich die Flut in weiten Teilen des Landes zurückgezogen hat, stehen viele Hochwasseropfer vor den Trümmern ihrer Existenz: zerstörte Wohnhäuser, das Hab und Gut durch Schlamm und Dreck nicht mehr nutzbar. Der Hochwasserfonds versprach schnelle Hilfe – doch viele Bürger müssen erst komplizierte Verhandlungen mit ihren Versicherungen führen, denn wirklich versicherbar sind Hochwasserschäden in Risiko-Gebieten kaum.

Bundesbeamte haben offenbar mehr Glück. Die 'Bild am Sonntag' zitiert aus einem Rundschreiben des Bundesinnenministeriums an die Bundes- und Landesbehörden vom 18. Juni, aus dem die Sonderzahlung zusätzlich zu den Hilfen von Bund und Ländern geleistet wird. Die Tilgung der Darlehen wird auf bis zu fünf Jahre gestreckt. "Einen solchen Vorschuss haben wir auch schon nach dem Hochwasser im Jahre 2002 gewährt", zitiert das Blatt einen Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ein Grund für den Vorgang wird nicht genannt.

Hochwasseropfer müssen noch auf Geld warten

Bund und Länder hatten den Hochwasserfonds über acht Milliarden Euro zur Soforthilfe angelegt. Er wurde bereits vom Bundestag verabschiedet und muss nun noch den Bundesrat passieren. Der Fonds garantiert jedem von der Flut betroffenen Bürger eine Soforthilfe von ein paar Hundert Euro pro Person.

Bis das Geld an die Opfer des Hochwassers ausgezahlt werden kann, werden noch Wochen vergehen. Die Gesetzgebung für den Fonds muss zunächst bis zum 5. Juli abgeschlossen sein. Dies sei "ein wichtiges Zeichen für die Solidarität mit den betroffenen Regionen, für die Solidarität mit den Menschen in den entsprechenden Gebieten", hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärt. Zudem müsse man sich national über weiteren Hochwasserschutz verständigen.

Bildquelle: dpa bildfunk