Beim Kindergartenausflug: Mädchen (5) von Felsen erschlagen

Die anderen Kinder mussten zusehen

Ein kleines Mädchen ist im unterfränkischen Großostheim bei einem Kindergarten-Ausflug von einem riesigen Gesteinsbrocken erschlagen worden. Auf einem Wanderweg hatten sich die Stücke aus einer knapp acht Meter hohen Lehmwand gelöst und waren auf die Fünfjährige herabgestürzt. Rettungskräfte brachten das Mädchen ins Krankenhaus. Dort erlag es wenig später seinen Verletzungen.

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13 weitere Kinder mussten nach neusten Erkenntnissen das Unglück mit ansehen. Sie wurden umgehend in den Kindergarten in Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) zurückgebracht und von den Eltern abgeholt. Ein ökumenisches Kriseninterventionsteam kümmerte sich auch um die beiden Erzieherinnen der Gruppe.

Der Kindergarten hatte am Freitag wie gewohnt geöffnet. "Es ist wichtig, den Kindern jetzt soviel Normalität wie möglich zu geben", begründete dies der evangelische Notfallseelsorger Peter Karl Kolb. Die Eltern des fünfjährigen Mädchens, die Erzieher und die Kinder der Kindertagesstätte wurden von mehreren Seelsorgern betreut. Die beiden Erzieherinnen, die das Unglück miterlebten und das schwer verletzte Mädchen betreuten, seien beurlaubt worden.

Der Wanderweg wurde inzwischen geschlossen. Die Polizei ermittelt jetzt, ob die Betreuerinnen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und warum sich der Gesteinsbrocken gelöst hat - erst im April wurde der Weg überprüft - und von der Stadtverwaltung als sicher befunden. Eine Geologin hat die Steilwand schon begutachtet. "Das Ergebnis liegt noch nicht vor und es wird auch noch einige Zeit dauern", so ein Polizeisprecher.