Bengasi: Al Kaida plant Entführungen von Deutschen in Libyen

Auswärtiges Amt verschickt dringende Warnung

Der Nordafrika-Ableger von Al Kaida plant offenbar Entführungen von Deutschen in Libyen. Wie der 'Spiegel' aus Kreisen des Bundesnachrichtendienstes BND erfahren haben will, gibt es konkrete Planungen der Terrorgruppe 'Al Kaida im islamischen Maghreb' (AQM).

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Bengasi, Reisewarnung, Libyen
Der Nordafrika-Ableger von Al Kaida plant offenbar Entführungen von Deutschen in Libyen. © dpa, Str

AQM sei dabei, Überfälle auf Deutsche und Briten vorzubereiten. Laut BND sollen Terroristen nach der Attacke auf die Gas-Anlage in Algerien nach Bengasi gegangen sein, um dort neue Aktionen zu starten.

Auch Kanada, Australien und die Niederlande forderten ihre Bürger, Bengasi zu verlassen. Die libysche Regierung hält dem 'Spiegel' zufolge die Warnungen für überzogen.

Auswärtiges Amt: "Nicht in Libyen aufhalten"

In der mit knapp 700.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Libyens waren bei einem Terroranschlag auf das US-Konsulat am 11. September vergangenen Jahres Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden.

Am Sonntag vor zwei Wochen entging der italienische Konsul Guido De Sanctis in Bengasi einem Anschlag. Unbekannte feuerten an einer Kreuzung auf seinen Wagen. Dank der Panzerung des Autos blieb er unverletzt.

Für deutsche Staatsangehörige gilt unverändert, dass sie sich nicht in Libyen aufhalten sollen, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internet-Seite.

"Zeitlich begrenzte Aufenthalte, etwa zur Wahrnehmung unaufschiebbarer Aufgaben oder geschäftlicher Kontakte, können in begründeten Einzelfällen in enger Abstimmung mit der Deutschen Botschaft in Betracht gezogen werden", heißt es weiter.

Die Warnung gilt vor allem für Arbeiter in der Ölindustrie. Touristische Reisen nach Libyen sind ohnehin schon seit Beginn des Aufstandes gegen den mittlerweile toten Dikator Muammar Gaddafi ein äußerst seltenes und riskantes Wagnis.


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