Bergung läuft nach Plan: 'Costa Concordia' wird aufgerichtet

Aufrichten und Abschleppen ist teuer und kompliziert

Millimeterarbeit im Mittelmeer: Die Bergungsarbeiten des vor der italienischen Mittelmeerinsel Giglion havarierten Kreuzfahrtschiffes 'Costa Concordia' dauern länger als geplant. Das vor gut 20 Monaten gekenterte Schiff sollte ursprünglich innerhalb von zehn bis zwölf Stunden aufgerichtet werden.

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Costa Concordia, Italien, Bergung
Die Bergung des Kreuzfahrtschiffes 'Costa Concordia' dauert an. © dpa, Angelo Carconi

Schlechtes Wetter hatte den Bergungsbeginn zunächst um mehrere Stunden verzögert. Nach zwei Stunden war ein fast drei Meter breiter Streifen des Wracks zu sehen - deutlich von Rost gezeichnet. Auf dem Deck wurde wieder das Schwimmbad sichtbar. Kurz vor Mittag hatte sich die ‘Costa Concordia‘ vom Felsen gelöst. Bei einer Zugkraft von 6.000 Tonnen entfernte sich der Rumpf.

Das Schiff sei nun um etwa zehn Grad aus dem Wasser herausgehoben und ganz von den Felsen gelöst worden, teilte ein Bergungsarbeiter Stunden später mit. Bis es aufrecht steht, muss das Schiffswrack insgesamt um 65 Grad gedreht werden. Es habe zwar Verzögerungen bei dem schwierigen Aufrichten des Kreuzfahrtschiffes gegeben, die Experten seien jedoch zufrieden, "auch wenn sich das jetzt hinzieht".

600 Millionen Euro für die Bergung

Falls das Aufrichten gelingt, kann das Wrack erst Wochen oder Monate später abgeschleppt werden. Die Bergung kostet bereits jetzt mehr als 600 Millionen Euro. Es ist die Aufwändigste, die es je für ein Passagierschiff gegeben hat.

Die 'Costa Concordia' war im Januar 2012 von der Insel auf einen Felsen gefahren und gekentert, 32 Menschen starben. Zwei weitere Passagiere werden immer noch vermisst – man hofft diese endlich zu finden. Dass das Unglück hätte verhindert werden können, ist inzwischen so gut wie sicher. Dem Kapitän, Francesco Schettino, wird vorgeworfen, viel zu nahe an der Toskana-Insel vorbeigefahren zu sein.