Bergungsarbeiten nach Zugunglück: Keine weiteren Toten

Bergungsarbeiten fortgesetzt
Bereits in der Nacht wurden die Bergungsarbeiten nach dem schweren Zugunglück in Nordfriesland wieder aufgenommen. Noch ist unklar, ob unter den Waggons weiter Tote liegen. © dpa, Carsten Rehder

Aufräumarbeiten weiterhin schwierig

Nach dem schweren Zugunglück in Nordfriesland mit einem Toten und zwei Verletzten haben die Einsatzkräfte den Zug unter schwierigen Bedingungen geborgen. Unter den entgleisten Waggons lagen, anders als zwischenzeitlich befürchtet, keine weiteren Opfer.

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Es war ein verstörendes Bild, das sich den Rettungskräften bei Bargum bot: Entgleiste Waggons, Wrackteile und blutige Rinderkadaver lagen auf der Zugstrecke zwischen Sylt und Husum verteilt. Ein Zug der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) raste am Freitag in eine Viehherde, bei dem Aufprall kam ein 38 Jahre alter Fahrgast ums Leben, der Lokführer und sein Gehilfe wurden leicht verletzt.

Fast unaufhörlich beschäftigten sich die Rettungskräfte mit der Bergung der Wracks. Behindert wurden diese jedoch durch den matschigen Untergrund. Die Nebenstraße, die parallel zu den Gleisen verläuft, war derart aufgeweicht, dass sie mit 100-Tonnen-Kränen mit Kies aufgefüllt und verbreitert werden musste. Zunächst trennten die Rettungskräfte den verunglückten Waggon vom intakten Wagenpark, danach konnte der entgleiste Steuerwagen abtransportiert werden.

Kann der Halter der Rinderherde belangt werden?

Doch an Normalität war auch zwei Tage nach der Kollision nicht zu denken: Die Strecke blieb zunächst komplett gesperrt. Ab Montag sollen laut einem NOB-Sprecher zumindest auf dem zweiten Gleis Züge im Schritttempo an der Unfallstelle vorbeifahren können.

Indes konnte auch der Halter der Rinder ermittelt worden. Laut Informationen der Bundespolizei sei der aus der Region stammende Mann noch nicht zu dem Vorfall befragt worden. Die Staatsanwaltschaft müsse nun prüfen, ob er strafrechtlich belangt werden könne. Möglicherweise könnte ihm gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr oder fahrlässige Tötung vorgeworfen werden. Zudem drohe dem Tierhalter eventuell ein zivilrechtliches Verfahren, bei der er alle Kosten allein tragen müsste.

Erschüttert vom tragischen Unfall zeigten sich sowohl das Zugunternehmen als auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. "Meine Gedanken nach diesem tragischen Unglücksfall sind bei den Angehörigen", bekundete Carstensen sein Beileid.


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