Berlin: 23-Jährige tötet Baby nach der Geburt

12.12.2012 | 08:26

Schwangerschaft blieb unbemerkt

In Berlin hat eine 23-Jährige ihr Baby nach der Geburt getötet. Die Frau fühlte sich offenbar mit der Situation überfordert. Die Schwangerschaft blieb unbemerkt.

- Anzeige -

Am Abend erging Haftbefehl gegen Julia K. wegen des Verdachts auf Totschlag. Aus dem Krankenhaus kommt die 23-Jährige in Untersuchungshaft. In der Wohnung, die sie mit ihren Eltern bewohnt, brachte Julia K. am Montagmorgen ganz allein einen Sohn zur Welt. Danach - das ergab die Obduktion - hat sie ihn erstickt.

Offenbar mit der Situation überfordert

Um fünf Uhr morgens findet Julia K.s Vater seine Tochter und seinen leblos da liegenden Enkelsohn. Der Notarzt kann den kleinen Jungen nicht mehr wiederbeleben. Julia K. kommt ins Krankenhaus. Der Polizei gesteht sie dann, dass sie ihr Baby getötet hat. Offenbar war sie völlig überfordert mit der Schwangerschaft. Möglicherweise hat die 23-Jährige ihren Zustand nicht wahrhaben wollen. "Es gibt Frauen jeder Bildungsstufe, jeder Intelligenz, die Schwangerschaften verdrängen und dann erschrocken sind über die Realität", erklärt Professor Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Gynäkologie im St. Josef-Krankenhaus Berlin .

Immer wieder töten Frauen nach einer verdrängten Schwangerschaft das heimlich geborene Kind in einer Art Wahnzustand. Obwohl Julia K. eine schlanke Figur hat, bemerkte nach bisherigen Ermittlungen auch niemand aus ihrem Umfeld, dass sie schwanger war. Und so konnten Hilfsangebote die 23-Jährige nicht erreichen. Die Polizei versucht nun, den Vater des Babys zu ermitteln.