Berlin kämpft um das Leben der deutschen Geiseln auf den Philippinen – Ultimatum der Abu Sayyaf läuft aus

17.10.2014 | 12:10
Deutsche Geiseln auf den Philippinen Die Entführer der beiden deutschen Geiseln fordern ein Lösegeld in Höhe von vier Millionen Euro.

"Wenn wir keinen Anruf erhalten, wird der Mann hingerichtet"

Im Geisel-Drama um zwei deutsche Geiseln auf den Philippinen stehen nun entscheidende Stunden an. Am Abend schickte das Auswärtige Amt einen Krisenbeauftragten los, um eine Freilassung von Prof. Dr. Stefan O. und seiner Lebensgefährtin Henrike D. zu erreichen.

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Zuvor hatte die Abu Sayyaf wenige Stunden vor dem Ablauf eines Ultimatums von einer möglichen Fristverlängerung gesprochen. "Wir sind gewillt, die Frist um zwei Stunden zu verlängern, wenn wir einen Anruf bekommen, dass das Lösegeld gezahlt wird", sagte ein Sprecher einem lokalen Radiosender.

Die islamistische Terrorgruppe, die mit IS (Islamischer Staat) sympathisiert, hatte damit gedroht, heute um 09.00 Uhr MESZ eine der Geiseln zu töten, wenn das geforderte Lösegeld in Höhe von vier Millionen Euro nicht bezahlt wird. Er warte auf einen Anruf, in dem die Zahlung des Lösegelds zugesichert werde, so ein Sprecher der Islamisten weiter. "Wenn wir keinen Anruf erhalten, wird der deutsche Mann hingerichtet."

Das philippinische Militär hatte im Vorfeld mehr als 3.000 Soldaten auf die Insel Jolo verlegt, wo die Geiseln vermutet werden. Offenbar hob die Armee nach Ablauf des Ultimatums Verstecke der Terrorgruppe aus. "Ein Bataillon ist eingerückt", sagte ein Angehöriger der Streitkräfte, der anonym bleiben wollte. Er sprach von einer Rettungsaktion. Ein offizieller Sprecher der Armee wollte die Truppenbewegung nicht bestätigen.

Abu Sayyaf hatte den 72-Jährigen und dessen 55 Jahre alte Partnerin im April entführt. Neben dem Lösegeld fordert Abu Sayyaf auch, dass Deutschland seine Unterstützung des Kampfes gegen den IS in Syrien und im Irak einstellt.

Bildquelle: dpa bildfunk