Berufsbildungsbericht: Jeder vierte Auszubildende bricht ab

149.760 Ausbildungsverträge in 2011 vorzeitig aufgelöst

Fast jede vierte Lehre in Deutschland wird abgebrochen. Das geht aus einem Bericht des Bundesinstituts für Berufsbildung hervor. Demnach ist die Abbrecherquote auf 24,4 Prozent gestiegen – das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

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Ausbildung, Lehre, Abbruch
Hohe Abbrecherquote im Gastronomiegewerbe © contrastwerkstatt - Fotolia

"Mehr als 15.000 Euro investieren die Betriebe im Schnitt pro Jahr in einen Ausbildungsplatz. Mit jedem Abbruch ist diese Investition in den Sand gesetzt. Je höher die Abbrecherquote, desto geringer die Bereitschaft der Betriebe, überhaupt weiter auszubilden. Deswegen ist jeder Abbruch nicht nur für den Betroffenen und den Betrieb relevant, sondern für alle. Darum muss die Berufsorientierung schon früh in der Schule beginnen", meint Albert Rupprecht, bildungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.

Besonders viele Abbrüche im Gastronomiebereich

Dabei gebe es große Unterschiede zwischen den Berufen: Jeder zweite Kellner und Umzugshelfer beende seine Lehre nicht. Dagegen liege die Quote der Abbrecher unter Verwaltungsfachangestellten, Elektronikern und Bankkaufleuten weit unter zehn Prozent.

Unter den Ländern verzeichnten Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag werde dort vorzeitig aufgelöst. Am unteren Ende der Rangskala lägen Baden-Württemberg und Bayern mit Quoten von knapp 20 Prozent.


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