Besuchte Isabell (12) Internet-Bekanntschaften?

Rätselhaft: Wo war Isabell (12)? Eine Zugbegleiterin hatte die Schülerin in einem Zug nach Hamburg erkannt.

Schülerin aus Stelle ist wohlauf

27 lange Stunden haben die Eltern von Isabell M. um ihre Tochter gebangt. Dann die erlösende Nachricht: Das Mädchen aus dem Kreis Harburg ist wieder aufgetaucht. Sie wurde in einem Zug nach Hamburg entdeckt.

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Nun muss geklärt werden, wo sich die zwölfjährige aufgehalten hat. Angeblich hatte sie Freunde in Schleswig-Holstein besucht, die sie im Internet kennengelernt hatte. "Hinweise auf ein Verbrechen oder andere Straftaten sind derzeit nicht ersichtlich", sagte ein Polizeisprecher in Buchholz.

Medienberichte, nach denen die Zwölfjährige ihre Freunde übers Internet kennengelernt und diese dann in Neumünster besucht haben soll, wollte die Polizei nicht kommentieren. "Das Mädchen hatte Kontakte über soziale Netzwerke", sagte ein Sprecher in Winsen. "Die betreffenden Personen in Schleswig-Holstein werden derzeit befragt." Die Polizei hatte den Computer des Mädchens abgeholt. Er hatte auf mögliche Hinweise zum Verbleib des Kindes untersucht werden sollen, hieß es. Läge keine Straftat vor, wäre der Fall damit abgeschlossen.

Fieberhafte Suche

Das Mädchen wurde zunächst im Familienkreis untergebracht, aber noch nicht bei den Eltern, sagte der Sprecher. Hintergrund sei ein Ansturm von Journalisten in Stelle. Am Vormittag konnte aber die Mutter ihre Tochter an einem geheim gehaltenen Ort wieder sehen.

Eine Schaffnerin hatte das Mädchen erkannt. Auch einer 17-Jährigen im Zug war das Gesicht des Mädchens bekannt vorgekommen, nachdem ein Foto des Kindes von Polizei und Medien per Internet verbreitet worden war. Ein Blick ins Smartphone der 17-Jährigen brachte dann den beiden Frauen die Gewissheit darüber, dass sie die Gesuchte vor sich hatten. Die Schaffnerin informierte daraufhin einen zufällig im Zug sitzenden Polizisten, der das Mädchen in Hamburg seinen Kollegen übergab. Dann befragten Jugendermittler noch am Abend das Kind.

Die Zwölfjährige war am Dienstag in Stelle aufgebrochen, angeblich um Schulhefte zu kaufen. Dann verlor sich zunächst ihre Spur und eine fieberhafte Suche begann. Dutzende Beamte, zwei Spürhunde und ein Hubschrauber suchten nach dem Kind. Über Facebook wurde auch nach ihm gefahndet, bis die Schülerin schließlich am Mittwochabend entdeckt wurde.

Kosten werden auf die nach Angaben der Polizei "naturgemäß überglückliche" Familie in Stelle nicht zukommen. "Die Suche nach Vermissten gehört zu den hoheitlichen Aufgaben der Polizei", sagte ein Sprecher in Winsen. "Die Eltern müssen nichts bezahlen."