Betrugsfall in Düsseldorf: Kassierten Nachbarn jahrelang Sozialhilfe von Leiche?

Fall kam erst allmählich ans Licht

Die Leiche einer Düsseldorferin hat jahrelang in einer Wohnung gelegen, während Nachbarn ihre Sozialleistungen abgezweigt haben sollen. Der Fall wurde schon 2013 entdeckt, aber erst jetzt bekannt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte entsprechende Medienberichte. Gegen die Nachbarn, einen 30-jährigen Mann und seine 31-jährige Freundin, werde wegen Betruges ermittelt. Der Mann sei der Polizei bereits einschlägig bekannt.

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Pärchen unter Betrugsverdacht
Ein Pärchen soll jahrelang die Sozialleistungen der toten Nachbarin abgezweigt haben. © dpa, Oliver Berg

Der unglaubliche Fall kam für die Ermittler erst im Jahr 2013 allmählich ans Licht, als ein Polizist die Frau, die jahrelang nicht mehr gesehen worden war, in einem Betrugsverfahren als Zeugin vernehmen wollte. Weil diese sich jedoch nicht meldete, war der Polizist zu ihrer Wohnung gefahren und hatte den Briefkasten voll alter Post vorgefunden. Außerdem hatte der Hausmeister ein Siegel an ihrer Wohnungstür angebracht, das bereits ein Jahr lang unversehrt geblieben war.

Frau lag dreieinhalb Jahre tot in ihrer Wohnung

Infolgedessen wurde im März 2013 schließlich die Wohnung aufgebrochen. Darin fand die Polizei die skelettierte Leiche, eine aufgeschlagene Fernsehzeitschrift von September 2009 und einen nicht eingelösten Verrechnungsscheck ähnlichen Datums. Demzufolge wäre die Frau 57 Jahre alt geworden. Bei der Obduktion wurden keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen entdeckt. Nach Ansicht der Rechtsmedizin ist von einem natürlichen Tod der zuvor bereits schwer kranken Frau auszugehen.

Die Nachbarn sollen Briefe im Namen der Toten geschrieben und deren Unterschrift gefälscht haben, um das Geld auf eigene Konten umzuleiten. Vom September 2009 als Todeszeitpunkt ausgehend, sollen die Sozialleistungen noch fast drei Jahre weiter gezahlt worden sein. Der Schaden könnte demnach bei rund 20.000 Euro liegen.


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