Bielefeld: Wohnhaus-Explosion durch Raketen

Mann erleidet schwere Brandverletzungen

Eine Viertelstunde lang Dauerexplosionen, Raketen, die unkontrolliert durch die Gegend fliegen und in bunten Feuerbällen explodieren – in einem Bielefelder Wohnhaus sind zwölf Menschen verletzt worden, einer der Bewohner wurde mit lebensgefährlichen Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert, sagte eine Polizeisprecherin. Neben ihm wurden drei Menschen im Haus sowie acht außerhalb des Gebäudes verletzt. Ein Teil des Wohnhauses stürzte ein. Offenbar waren Feuerwerkskörper in dem Haus gelagert worden. Auch die Feuerwehr geht von einer Explosion durch Pyrotechnik aus.

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Explosion Wohnhaus Bielefeld
Feuerwehrleute stehen vor dem teilweise eingestürzten Wohnhaus in Bielefeld. Mehrere Explosionen haben zwölf Menschen verletzt. © dpa, Matthias Benirschke

Wie die 'Neue Westfälische' berichtet, konnte der 42-jähriger Bewohner mit schweren Brandverletzungen durch die Feuerwehr aus den Flammen gerettet werden. Er wurde sofort in ein Spezialkrankenhaus gebracht und schwebt nun nicht länger in Lebensgefahr. Seine 66-jährige Schwiegermutter sprang aus dem Fenster und verließ das brennende Haus noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte. Durch den Sprung aus dem Erdgeschossfenster verletzte sie sich leicht. Auch die Tochter und die Frau des Bewohners hatten die Wohnung rechtzeitig verlassen können. Sie wurden ebenfalls nur leicht verletzt und konnten das Krankenhaus schon wieder verlassen.

Ein Bewohner besitzt einen Sprengstoffschein

Nach Ende der Explosionen stand das Gebäude in Flammen. Ein schwarzer Rauchpilz stieg 100 Meter hoch in die Luft. Bei dem Haus handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus mit einem Anbau. Dieser Anbau sei vornehmlich betroffen gewesen.

Auf einem benachbarten Grundstück begrub ein Carport mehrere Autos. Daneben standen Bäume in Flammen. In anliegenden Häusern gingen durch die Explosionen Fensterscheiben zu Bruch. Zwei Nachbarhäuser wurden evakuiert. Hochgeschleuderte Steine lagen in mehr 50 Metern Entfernung auf der Straße. Insgesamt waren 150 Rettungskräfte im Einsatz.

Am Unglücksort wurden Zelte für die Rettungskräfte aufgestellten. Nach Informationen der 'Neuen Westfälischen' irren vor Ort weitere Menschen auf der Suche nach ihren Angehörigen umher. Sogar ein Rettungshubschrauber wurde bereitgestellt.

Wieso in dem Haus Feuerwerk in großen Mengen lagerte und ob es sich um legale Pyrotechnik handelt, ist noch nicht geklärt. "Wenn in legalen Mengen Silvesterfeuerwerk dort gelagert worden wäre, dann wäre so eine Explosion nicht möglich gewesen", sagte der Pyrotechniker Markus Katterle von der Bielefelder Firma Flash Art.

Ebenso unklar ist, wieso das Ganze in die Luft flog. Bekannt ist, der 42-Jährige hatte die Genehmigung zum nicht-gewerblichen Umgang mit Pyrotechnik der Klassen I bis IV, also vom Silvesterknaller bis zum Großfeuerwerk, sagte Jürgen Kley vom Ordnungsamt. Ein Sprengstoffschein - auch Pulverschein genannt - dient dem Erwerb von Sprengstoffen für den privaten Umgang, zum Beispiel bei Sportschützen oder Jägern.


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