Bierdosenregatta in Darwin: Das wohl verrückteste Rennen der Welt

Ein Sonntagmorgen in Australien

Es ist das wahrscheinlich verrückteste Rennen der Welt: Die Bierdosenregatta im australischen Darwin. RTL-Reporter Niels Büngen war bei der Strandparty mit dabei.

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Bierdosenregatte Darwin
RTL-Reporter Niels Büngen berichtet aus Australien

Ob ihr Boot auch wirklich schwimmt, das hat Martina noch nicht ausprobiert. 3.600 Dosen hat die deutsche Auswanderin für ihr Boot verwendet. Nach zwei Monaten Bau steht sie jetzt mit ihren Freunden am Strand von Darwin. Es ist ein Sonntagmorgen im Juli. 30 Grad, Sonne, dazu etwas Wind. Die Vorhersage für die Regatta könnte nicht besser sein. In zwei Stunden geht es los - das wohl verrückteste Bootrennen der Welt.

Ich bin am nördlichen Ende von Australien. Viel ist hier in dem 100.000 Einwohner Ort Darwin nicht los. Die nächste Großstadt ist 3.000 Kilometer entfernt. Es gibt Nationalparks, Strände und zehntausende Krokodile. In ihrer Freizeit fischen die Einwohner oder trinken Bier. Soviel wie in kaum einer anderen Stadt auf der Welt: Angeblich trinkt jeder hier im Durchschnitt 230 Liter Bier pro Jahr. Zum Vergleich: In Köln sind es etwa 115 Liter. Ihre Bierdosen sammeln die Einwohner das ganze Jahr und treffen sich dann schließlich am Strand.

Seit 1974 gibt es die Bierdosenregatta. Erfunden hat sie ein Deutscher, jetzt ist sie das Highlight im Jahr. 15.000 Zuschauer sind es allein heute: Einwohner und Touristen aus aller Welt. Dazu kommen mehr als 20 selbstgebaute Boote aus leeren Bierdosen. Mitmachen kann jeder, solange er über 18 Jahre alt ist, das Boot hauptsächlich aus Bierdosen besteht und die Kapitäne nicht allzu betrunken sind. Doch auch dafür haben die Veranstalter vorgesorgt: Den ganzen Tag patroullieren etwa 30 Rettungsschwimmer auf dem Wasser.

Teilnehmer schlagen sich mit Paddeln

Mit dabei sind auch zwei Deutsche: Eine von ihnen ist Martina Ripcke. Sie ist vor sieben Jahren aus Hamburg ausgewandert und lebt mit ihrem australischen Mann hier in Darwin. In ihrer Freizeit rettet sie gestrandete Meeresschildkröten. Das erklärt auch, warum ihr Boot wie eine Schildkröte aussieht: Als Körper dient ein alter Plastik-Whirlpool, Kopf und Schwanz sind, klar, aus Bierdosen, und der Panzer ist ein grüner Sonnenschirm. Ihre Freunde in Hamburg, sagt Martina, erklären sie für verrückt, wenn sie von der Regatta erzählt. Doch Martina macht trotzdem mit. In Australien seien schließlich alle ein wenig crazy.

Einige Meter neben ihr wartet die zweite Deutsche auf den Start: Sie heißt Martina Stoppe und reist gerade als Rucksacktouristin durchs Land. Eigentlich kommt sie aus Osnabrück. Ihr Boot sieht aus wie ein Katamaran, in der Mitte steht eine Riesencouch, auch aus Dosen natürlich.

Regeln gibt es keine: Einfach so schnell wie möglich um die drei Bojen herum paddeln, das ist die Aufgabe. Martina aus Hamburg hat zusätzlich einen kleinen Elektromotor. Doch die zwölf Volt-Maschine macht sie auch nicht viel schneller. Aber immerhin scheint ihr Schildkröten-Boot zu schwimmen. Doch bereits an der ersten Kurve wird sie überholt. Es ist ein riesengroßes Durcheinander, die Teilnehmer ziehen sich gegenseitig von den Booten oder schlagen sich mit den Paddeln auf dem Kopf. Einige werden sogar disqualifiziert.

Nach 15 Minuten ist der Wahnsinn vorbei. Martina aus Osnabrück hat gewonnen und erhält die 350 Euro Preisgeld. Irgendwo dahinter landet Martina aus Hamburg.

Die halb zerstörten Boote kommen jetzt auf den Müll. Dosenpfand gibt es in Australien nicht, ansonsten wäre das hier auch eine ziemlich teure Veranstaltung...


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