Bilanz nach Sturmtief 'Sebastian': Ein Toter, viele Verletzte, hohe Schäden

Erste Todesopfer durch Herbststurm
Erste Todesopfer durch Herbststurm Sturmunfälle in Deutschland 00:01:26
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Passant unter Baugerüst begraben

Sturmtief 'Sebastian' ist die Puste ausgegangen. Im Norden normalisierte sich am Donnerstag die Situation, der Zugverkehr wurde nach und nach wieder aufgenommen. Die Feuerwehr musste allein in Schleswig-Holstein bis in den Morgen zu rund 1300 Einsätzen ausrücken. Bei Unfällen wurden mehrere Menschen verletzt.

Am Mittwoch hatte Sturmtief 'Sebastian', der erste Herbststurm des Jahres, mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. In Hamburg war ein 38-jähriger Mann von einem umfallenden Baugerüst erschlagen worden. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich in Folge starker Windböen vom Dach eines siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst. Im Hochsauerland wurde ein 53-jähriger Mann von einem entwurzeltem Baum erschlagen. Auch ein Rollstuhlfahrer kam ums Leben. Er fiel in die Elbe - allerdings ist noch unklar, ob er dem Sturm zum Opfer fiel oder ob es sich um einen Selbstmord handelt.

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Glück im Unglück: Einige Unfälle gingen gut aus

Sturmtief 'Sebastian' hielt die Feuerwehrleute auf Trab.
Sturmtief 'Sebastian' hielt die Feuerwehr im Norden und Westen Deutschlands auf Trab. © dpa, Bodo Marks, bom tba

Orkantief 'Sebastian' war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über Deutschland gezogen und traf vor allem den Norden und Nordwesten Deutschlands. Am späten Mittwochabend setzte eine Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser.

Auf der Nordseeinsel Föhr wurde eine Fußgängerin von einem Baum getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt. Nahe Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern schleuderte ein Autofahrer bei Regen und wohl zu hohem Tempo von der A20 in einen Graben - der Fahrer, die Beifahrerin und deren Tochter kamen in eine Klinik. Bei Rehna wurde ein Mensch verletzt, als ein Ast während der Fahrt auf seinen Wagen fiel. In Grevesmühlen krachte ein Baum auf ein Haus. Im sächsischen Salzenforst stürzte ein mit 24 Tonnen Kunststoff beladener Sattelzug auf der Zufahrt zur A4-Rastanlage Oberlausitz-Süd um. Grund dafür war laut Polizei eine starke Sturmböe.  

Auch in Niedersachsen gab es viele Verletzte: Auf der Bundesstraße zwischen Soltau und Neuenkirchen wurde eine 64 Jahre alte Frau in ihrem Wagen von einer entwurzelten Eiche getroffen. Durch den Aufprall des Baums verlor die Frau die Kontrolle über ihr Auto, das frontal gegen einen Baum fuhr. Sie wurde schwer verletzt. Auf der A27 durchschlug ein herumfliegender Ast eine Lkw-Scheibe, der 62-jährige Fahrer aus Berlin kam in eine Klinik.