Bilanz nach 'Xaver': Weniger Schäden als erwartet

Glimpflicher als gedacht

Umgestürzte Bäume, überschwemmte Keller und abgedeckte Dächer – mit viel Ausdauer ist Orkantief 'Xaver' über Europa hinweggefegt. Mindestens zehn Menschen starben europaweit bei dem Unwetter. Hunderttausende waren ohne Strom. Es gab Sturmfluten, Schnee und Tausende Unfälle. In Mecklenburg-Vorpommern starb eine 82-Jährige beim Unfall eines Rettungswagens. Doch insgesamt fielen die Schäden deutlich geringer aus als erwartet.

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Sturmtief Xaver - Sturm zieht ab
'Xaver' brachte nicht nur Sturm sondern vielerorts auch den ersten Schnee. © ZB, Stefan Sauer

Entwarnung am Abend in Hamburg: Die Hansestadt überstand die dritte Sturmflut in Folge ohne größere Schäden und Verletzte. Schon am Freitagmorgen hatten die Deiche den Wassermassen der zweithöchsten Sturmflut seit 1976 getrotzt. "Das war für die Deiche kein Problem", sagte ein Sprecher der Innenbehörde. Fischmarkt, Speicherstadt und Hafencity standen unter Wasser.

In Schleswig-Holstein meldeten Feuerwehr und Polizei mehr als 2.000 Einsätze - der Schaden war jedoch niedriger als bei Orkantief 'Christian' von Ende Oktober. "Wir haben mit Stand Freitagmittag im Vergleich zu 'Christian' nur ein Zehntel so viele Schadensfälle", sagte Pressesprecher Heiko Wischer von der Provinzial Nord Brandkasse. Bis in die Nacht soll es im Norden stürmisch bleiben. Daher wurde die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes zunächst aufrechterhalten.

Auch für Mecklenburg-Vorpommern gab es am Abend eine erneute Warnung. An der Ostseeküste in den Kreisen Rostock und Vorpommern-Rügen müsse mit orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 115 Kilometern pro Stunde gerechnet werden, hieß es. Es könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Die Küstenbewohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock warnte vor einer leichten Sturmflut. Parkplätzen in Ufernähe drohe die Überschwemmung.

Weiter Behinderungen im Verkehr

Der Orkan brachte vor allem auch den Verkehr mächtig durcheinander. Mit Behinderungen vor allem im Schienenverkehr muss weiter gerechnet werden. Der Fernverkehr nördlich von Hamburg wurde eingestellt und der Regionalverkehr war stark eingeschränkt. Auch die IC- und ICE-Strecken Hamburg-Hannover und Berlin-Hamburg waren für mehrere Stunden gesperrt, weil Bäume umgeknickt auf Schienen lagen. Fernzüge von und nach Schleswig-Holstein sowie Dänemark sollen am Samstag in den Mittagsstunden wieder fahren, teilte die Bahn mit. Auf den Flughäfen etwa von Hamburg, Hannover oder Bremen wurden etliche Flüge gestrichen.

In Polen starben drei Menschen, als ein Baum auf ihr Auto fiel. In Schweden gab es insgesamt vier Todesfälle, darunter zwei Seemänner, die über Bord gefallen waren. In Großbritannien und Skandinavien hatte es bereits am Donnerstag drei Tote gegeben. In Nord- und Mitteleuropa waren zeitweise Hunderttausende Haushalte ohne Strom, die meisten in Polen.


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