Blamage: BND-Geheimpläne gestohlen

Der BND-Neubau soll ab 2014 bezugsfertig sein. Im März 2010 war Richtfest.
Richtfest im März 2010: Der BND-Neubau soll ab 2014 bezugsfertig sein. © dpa bildfunk

Es soll erschreckend einfach gewesen sein

Ausgerechnet beim Bundesnachrichtendienst passiert so eine Panne: Offenbar wurden laut 'Focus' mehrere geheime Baupläne der neuen Zentrale vom streng überwachten Gelände des BND gestohlen. Zudem soll ein Abteilungsleiter Pornos am Dienstcomputer heruntergeladen haben.

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Der Großteil der geschmuggelten Pläne betrifft offenbar den geheimsten Teil des künftigen BND-Zentrums in der Bundeshauptstadt. Darin gehe es um die internen Darstellungen des Technik- und Logistikzentrums und sensible Angaben wie Positionen von Alarmanlagen, Notausgänge, Antiterror-Einrichtungen, Türen- und Deckendicke sowie Kabelschächte. Dies bestätigte ein zu Rate gezogener Diplom-Ingenieur dem 'Focus'. Der Schmuggel passierte demnach bereits vor über einem Jahr.

Nach Angaben eines früheren ranghohen Sicherheitsbeamter ist der materielle Schaden für den BND ebenso wie der Imageschaden groß. Befreundete Geheimdienste könnten nicht mehr sicher sein, dass geheime Unterlagen beim BND in sicheren Händen seien. Das Bundesamt für Bauwesen als Bauherr der rund 1,6 Milliarden teuren Zentrale habe einen Kommentar ebenso abgelehnt wie der BND.

Abteilungsleiter soll Pornos heruntergeladen haben

Trotz Kameras und Kontrollen soll der Diebstahl der streng geheimen Pläne erschreckend einfach gewesen sein. Die Baupläne wurden von einem Architekturbüro erstellt und vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung an die beauftragten Bauunternehmen verteilt. Teilweise wurden die Papiere sogar an Subunternehmer weitergegeben. Nach dem Ende des Auftrags wurden die Firmen nicht aufgefordert, die Pläne zurückzugeben, schreibt der ’FOCUS’.

Eine dieser Baufirmen war wohl die undichte Stelle gewesen sein. Der Chef des Unternehmens, deren Name auf der gestohlenen Karte verzeichnet ist, vermutet im Gespräch

mit dem Blatt, dass “Kriminelle im Spiel waren“. Die neue BND-Zentrale soll ab 2014 bezugsfertig sein. Sie wird auf dem Grundstück des ehemaligen Walter-Ulbricht-Stadions im Bezirk Mitte errichtet.

Doch das ist offenbar nicht der einzige Skandal, mit dem sich BND-Präsident Ernst Uhrlau beschäftigen muss. Ein wichtiger Abteilungsleiter soll sich aus dem Internet Pornofilme auf seinen Dienstcomputer heruntergeladen haben. Dies sei auch deshalb streng untersagt, weil es Cyberattacken auf Systeme des BND ermöglichen könnte. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags sei am Mittwoch über den Fall informiert worden, hieß es.


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