Blitz-Marathon: So entgehen Sie der Strafe

28.07.2015 | 12:30
Geblitzt: So entgehen Sie der Strafe Am 18. September findet der 24-Stunden Blitz-Marathon statt.

Geblitzt - was tun?

Die Polizei geht immer härter mit Temposündern um: Seit Mai 2014 reichen schon acht anstatt von – wie davor – 18 Strafpunkten, um einem Fahrer den Führerschein zu entziehen. Zusätzlich zu den Punkten in Flensburg kommen natürlich teils hohe Geldstrafen. Doch nicht immer muss der Fahrer zahlen, wenn es blitzt: Eine Anfechtung der Geschwindigkeitsüberschreitung kann durchaus Sinn machen. Wir sagen, was Sie tun müssen, um einer Strafe zu entgehen.

- Anzeige -

Geblitzt – und nun? Als erstes sollten Sie in dieser Situation von Ihrem Recht zu Schweigen Gebrauch machen. Wer sich bei der Polizei entschuldigt oder nach einer Ausrede sucht ("Ich habe es sehr eilig"), gibt die Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit zu. Bekommen Sie später einen Anhörungsbogen der Bußgeldstelle, sollten Sie auch in diesem Fall keine Angaben machen, rät der Deutsche Anwaltsverein. Sie sollten demnach auch schriftlich nicht zugeben, dass Sie am Steuer des geblitzten Autos gesessen haben. Im Zweifel können Sie schon hier anwaltliche Hilfe holen.

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung ist eine Ordnungswidrigkeit, die bereits nach drei Monaten verjährt. Haben Sie also drei Monate lang keinen Bußgeldbescheid bekommen, ist die Sache vom Tisch – es sei denn, die Anhörung fand später statt. Dann wird vom Zeitpunkt der letzten Anhörung gerechnet. Erfahrungsgemäß lässt sich die Bußgeldstelle laut dem Anwaltsverein zu viel Zeit, weil sie gar nicht prüft, ob Polizeibeamte den Autofahrer schon angehört haben. Mit etwas Glück könnte sich das Problem also von selbst mit der Zeit lösen.

Verjährung schon nach drei Monaten

Eine weitere Chance, dem Bußgeld und eventuellen Strafpunkten zu entgehen, ist das Berufen auf Messfehler – natürlich nur, wenn die Geschwindigkeitsüberschreitung nur gering war. Wurde die Geschwindigkeitsmessung von einem nicht geeichten Blitzer oder einem nicht hinreichend geschulten Beamten bedient, kann sie Messfehler aufweisen und dadurch angreifbar werden. Hier sind Sie allerdings auf anwaltliche Hilfe angewiesen: Nur der Rechtsbeistand darf die Ermittlungsakte einsehen und auf Fehler prüfen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Blitzerfoto: Sind Sie darauf nicht eindeutig zu erkennen – sei es durch eine Sonnenbrille, einen Hut oder eine vor dem Gesicht gehaltene Hand – haben Sie eine gute Chance, ohne Strafe davonzukommen. Die beste Methode, um keine Strafe zahlen zu müssen, bleibt aber: Fahren Sie vorsichtig und halten Sie sich stets an die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Bildquelle: dpa bildfunk