Blutbad in Kunming: 34 Tote bei Anschlag auf Bahnhof

02.03.2014 | 08:50
Kunming, China, Chines, Xinjiang Sind Islamisten aus der westlichen Unruheprovinz Xinjiang für den Anschlag verantwortlich?

"Organisierte, vorsätzliche gewalttätige Terror-Attacke"

Bei einem schrecklichen Blutbad in der chinesischen Millionenstadt Kunming sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Verantwortlich sind offiziellen Angaben zufolge uigurische Separatisten. 29 Reisende kamen ums Leben. Zudem ist ein Polizist an seinen schweren Verletzungen erlegen während die Polizei vier Angreifer erschoss, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Mindestens 130 Menschen seien verletzt worden.

- Anzeige -

Mehr als zehn schwarz gekleidete Täter waren unvermittelt mit langen Messern auf die Menschen auf dem Vorplatz und in der Kartenverkaufshalle des Bahnhofs der Provinzhauptstadt von Yunnan losgegangen. Es sei ein "ein organisierter, vorsätzlicher und brutal ausgeführter terroristischer Überfall" gewesen, sagte ein Behördensprecher.

Verwunderung über "Wandel in der Angriffsstrategie"

Das Staatsfernsehen zeigte, wie Polizisten unter anderem eine Machete sicherstellten. Bilder zeigten Opfer in Blutlachen zwischen Gepäck, Schuhen und anderen Habseligkeiten. Mehrere Angreifer sind nach amtlichen Angaben noch auf der Flucht. "Beweise am Tatort" zeigten, dass der Anschlag von Separatisten aus der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang organisiert worden sei, schrieb die Staatsagentur Xinhua. "Es war ein typischer Terroranschlag und ein schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit", hieß es. Das Blutbad passierte nur vier Tage vor Beginn der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking - traditionell eine politisch heikle Zeit, in der die Sicherheitsvorkehrungen in China verschärft werden.

Die Umstände der Bluttat sind ungewöhnlich. Xinhua schrieb von einem "Wandel in der Angriffsstrategie", weil die Separatisten sonst Symbole der Regierung wie Polizeistationen oder Ämter angegriffen hätten, aber diesmal auf einfache Bürger losgegangen seien. "Jeder, der Verständnis für die Terroristen hegt und zeigt, sie als unterdrückt oder schwach bezeichnet, ermutigt solche Angriffe und hilft bei der Verübung von Verbrechen."

Die Uiguren sind in Xinjiang in Nordwestchina beheimatet. Wegen der Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit und den Chinesen gilt die Region schon lange als Konfliktherd. Die Uiguren fühlen sich von der chinesischen Fremdherrschaft politisch, religiös und kulturell unterdrückt. Die Regierung in Peking wirft Uiguren separatistische Bemühungen und Terrorismus vor. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten sich die Kommunisten die Region einverleibt, wo es früher das unabhängige Ostturkestan gab.

Bildquelle: dpa bildfunk