Blutrünstige Tradition: Die Färöer machen wieder Jagd auf Wale

Jährlich sterben bis zu 1.000 Wale und Delfine

Es sind schreckliche Szenen, die sich zur Zeit vor den Färöer-Inseln abspielen: Die Bewohner der Inselgruppe im Nordatlantik machen trotz internationaler Protestaktionen wieder Jagd auf Wale und Delfine, die traditionelle Walfangsaison ist seit Mitte Juni eröffnet. Dabei verlieren jedes Jahr bis zu 1.000 Grindwale und Delfine ihr Leben.

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Waljagd auf den Färöer-Inseln
Auf den Färöer-Inseln ist die alljährliche Waljagd wieder in vollem Gange.

In sozialen Netzwerken fanden sich sofort weltweit Hunderte von Protestmeldungen. Das Färöer-Medium ‘Vágaportalurin‘ berichtet von scharfen Reaktionen wie "Monster und Mörder" und dass die Welt sich für die Waljäger schämen würde. "Ist dies wirklich die Zukunft, die Ihr für Eure Kinder mit einer barbarischen Tradition im Rückblick wollt?", werden Kritiker in dem Online-Bericht von ‘Vágaportalurin‘ zitiert.

Jedes Jahr findet das volksfestähnliche Treiben unter dem Deckmantel der Tradition auf der Inselgruppe der vormaligen Wikinger statt. Von Booten aus werden die Walschulen mit Geräuschinstrumenten an die Strände getrieben. Dort warten bereits Inselbewohner, um die Wale im seichten Wasser zu töten. Den Tieren werden stumpfe Metallhaken in die Blaslöcher gerammt und anschließend die Hauptschlagadern durchtrennt – trotzdem dauert der Todeskampf häufig noch stundenlang.

In Europa ist die Waljagd grundsätzlich verboten, doch die Färöer-Inseln, die zwischen Schottland und Island liegen, gehören zwar zu Dänemark, sind aber nicht Teil der EU und somit selbstverwaltet. Anders als in Japan wird das Walfleisch nicht verkauft, sondern unter den Inselbewohnern aufgeteilt. Die Färöer-Inseln besitzen mit den höchsten Lebensstandard in Europa und sind nicht auf das Walfleisch angewiesen.


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