Börsengang: Facebook stapelt tief

Finanzwelt blickt gespannt nach New York

Die Spannung steigt: Facebook dürfte schon heute mit seinen Börsenplänen herausrücken. Wenn die 'New York Times' Recht behält, fällt der Börsengang allerdings kleiner aus als gedacht. Zumindest fürs Erste.

- Anzeige -
Börsengang: Facebook stapelt tief
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg dürfte schon heute mit seinen Börsenplänen herausrücken. © REUTERS, ROBERT GALBRAITH

Die angepeilten Einnahmen lägen zunächst bei fünf Milliarden Dollar, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eine eingeweihte Person. Bislang wurde von zehn Milliarden Dollar ausgegangen. Die Summe kann sich aber noch ändern. Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien wird im Laufe des Tages die Veröffentlichung des Börsenprospekts erwartet, der die potenziellen Investoren mit den Geschäftszahlen des Unternehmens vertraut macht.

In dem Börsenprospekt stehen auch die erwarteten Einnahmen aus dem Verkauf eines ersten Schwungs an Aktien - die erwähnten fünf Milliarden Dollar. Die Summe ist aber nicht viel mehr als ein Anhaltspunkt. Es ist üblich, dass Firmen tiefstapeln, dann die Reaktion der Investoren abwarten und - falls genügend Nachfrage besteht - später den Preis erhöhen.

Doch selbst mit fünf Milliarden Dollar wäre Facebook immer noch einer der größten Internet-Börsengänge aller Zeiten. Suchmaschinenprimus Google kam im Jahr 2004 auf Einnahmen von 1,7 Milliarden Dollar. Zusammen mit den Aktien, die bei den Alteigentümern verblieben, lag die Gesamtbewertung damals bei 23 Milliarden Dollar. Bis heute sind daraus 189 Milliarden Dollar geworden.

Facebook 100 Milliarden Dollar wert?

US-Medien gingen bislang davon aus, dass Facebook beim Börsengang mit 75 bis 100 Milliarden Dollar bewertet wird (57 bis 76 Milliarden Euro). Damit würde der Senkrechtstarter vom Firmenwert her in einer Liga mit dem Autokonzern VW oder dem Industriemulti Siemens spielen. Facebook stellt mit seinen mehr als 800 Millionen Mitglieder eine Macht im Internet-Werbegeschäft dar.

Von der Vorlage des Börsenprospekts bis zum eigentlichen Gang an die Börse kann es aber noch Monate dauern. In dieser Zeit wirbt die Facebook-Führung um Gründer Mark Zuckerberg bei Investoren für ihr Unternehmen. Hilfe erhält Zuckerberg dabei von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Laut US-Medienberichten steht das Wall-Street-Haus endgültig als federführende Bank fest.

Unklar ist nach Informationen des 'Wall Street Journal' allerdings noch die Börse, an der Facebook gelistet wird. Infrage kommen die altehrwürdige New York Stock Exchange und die vergleichsweise junge Technologiebörse Nasdaq. Letztere hat keinen klassischen Parketthandel. Facebook könnte sich mit der Entscheidung Zeit lassen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eingeweihte Personen. In die Entscheidung fließen etwa die Kosten für eine Listung ein.

Bereits seit längerem wird über einen Börsengang von Facebook spekuliert. Zuckerberg wollte jedoch die Kontrolle über sein Unternehmen lange nicht aus der Hand geben. Statt eines Börsengangs sammelte er in mehreren nicht öffentlichen Finanzierungsrunden Geld von großen Investoren ein. Schon heute ist Zuckerberg zumindest auf dem Papier Milliardär. Ihm gehört ein knappes Viertel an Facebook.