Bohrinsel mit Löschwasser versenkt?

Besser Schaum statt Wasser

Waren die Massen an Löschwasser Grund für den Untergang der Öl-Plattform ‚Deepwater Horizon’ zum Sinken. Derzeit geht die Amerikanische Küstenwache Hinweisen nach, die darauf hindeuten. Das bestätigte Kapitänleutnant Ronald A. LaBrec von der US-Küstenwache gegenüber dem Internetportal 'Center for Public Integrity'.

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Bohrinsel mit Löschwasser versenkt?
© unbekannt

Einfacher ausgedrückt: Die Bohrinsel wäre vielleicht nicht gesunken, wenn man versucht hätte, das Feuer mit Schaum anstatt mit Wasser zu löschen. Die Frage nach dem finalen Grund für den Untergang der Plattform ist deswegen so bedeutend, weil erst das Kippen und Sinken der 'Deepwater Horizon’ das Steigrohr abknicken ließ und so das Öl ins Meer strömen konnte.

Aufgrund dieser Tatsache könnte die Frage, ob die Löscharbeiten sachgemäß ausgeführt wurden, starke Auswirkungen auf die juristische Aufarbeitung der Ölpest haben. LaBrec bestätigte, dass die zum Löschen benötigten Salzwassermassen die Plattform so beeinträchtigt haben könnten, dass sie sinkt. Ebenso betonte er: "Schaum ist bei brennenden Flüssigkeiten am besten geeignet – aber nur, wenn ein Schaumteppich das Feuer ersticken kann. Am Ende ist aber entscheidend, was zur Verfügung steht. Und das war in diesem Fall offenbar nur Salzwasser.“

Auch Experten teilen die Einschätzung über die Folgen des Löschens mit Salzwasser, zeigen sich aber uneins, ob das angesichts der enormen Stärke der Explosion auf der 'Deepwater Horizon’ wirklich ausschlaggebend war.

Verantwortung liegt bei Eigner und Betreiber

Die offiziellen Rettungs- und Hilfsleitlinien der US-Küstenwache legt ihren Mannschaften nahe, das aktive Eingreifen in das Löschen einer Ölplattform zu vermeiden. Stattdessen sollen sie eine Art Einsatzkommando bilden, einen Experten hinzuziehen und dann Maßnahmen ergreifen, das Feuer zu löschen. Die Verantwortung für die Brandbekämpfung liegt bei Betreiber und Eigner der Bohrinsel, also in diesem Falle bei Transocean und BP.

Ein Konzept für das Bekämpfen einer solchen Katastrophe muss jedoch vor einem solchen Vorfall von der Küstenwache ausgearbeitet werden. Dies ist allerdings nicht geschehen, was die Frage aufwirft, inwieweit die Behörden auf so ein Ereignis vorbereitet waren. Die Richtlinien wurden erst sieben Monate vor der Katastrophe aktualisiert.

Von den Küstenwachenschiffen war keins für die Bekämpfung einer solchen Katastrophe ausgerüstet, ihre Aufgabe bestand darin, nach den vermissten Arbeitern zu suchen. Nachdem die ‚Deepwater Horizon’ ihren Hilferuf gesendet hatte, kam ein halbes Dutzend privater Löschboote, um den Brand zu bekämpfen.

Ein Untersuchungsausschuss soll nun die Frage klären, ob die zum Löschen benötigten Wassermassen zum Untergang der ‚Deepwater Horizon’ beigetragen haben, und ob BP und Transocean auf eine solche Katastrophe vorbereitet waren und in der Lage gewesen wären, den Schiffen Löschschaum zur Verfügung zu stellen.

Eine Menge komplizierter Fragen sind zu klären, so dass man davon ausgehen kann, dass die Katastrophe im Golf von Mexiko die Beteiligten nicht nur wegen der Folgen für die Umwelt noch lange beschäftigen wird.