Brandanschläge an Bahnstrecken in ganz Deutschland - Vorgeschmack auf G20-Krawalle?

Brandstifter legen Bahnverkehr lahm
Brandstifter legen Bahnverkehr lahm Polizei ermittelt 00:00:24
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Polizei vermutet einen politischen Hintergrund

Unbekannte haben an etlichen Bahnstrecken in ganz Deutschland Brandanschläge verübt. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund. Sie geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass die Täter dem extremistischen Spektrum angehören könnten. Die Ermittler prüfen ein mögliches Bekennerschreiben, das im Internet aufgetaucht ist. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins "Raster". Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei.

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Polizei in Sachsen sucht nach Zeugen

Ein Berliner Polizeisprecher erklärte, in der Nacht zum Montag habe es nach einem ersten Überblick 13 mutmaßliche Anschläge in mehreren Bundesländern gegeben. Betroffen waren unter anderem Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und mindestens ein Ort in Niedersachsen.

Kathleen Doetzsch, Sprecherin des operativen Abwehrzentrums, sagte der 'Bild': "Wir gehen von einer überregional konzipierten Aktion aus. Zwischen 1 Uhr und 4.30 Uhr gab es insgesamt zwölf Brandanschläge in fünf Bundesländern."

Teils gab es erhebliche Probleme für Reisende. Viele Pendler mussten im Berufsverkehr erhebliche Verspätungen in Kauf nehmen. In vielen Fällen ermittelt der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der jeweiligen Kriminalpolizei.

Besonders schwer traf es die Bahnfahrer in Sachsen. Über Twitter suchte die Polizei nach Zeugen.

Staatsschutz prüft Anschlag

Nach den zwei Bränden an Zuggleisen in Hamburg prüft der Staatsschutz, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt. In der Nacht zum Montag hätten im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum Kabel neben den Gleisen gebrannt, erklärte ein Polizeisprecher.

Zusammenhang mit G20-Gipfel?

Weitere Einzelheiten waren zunächst unklar. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte, der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck sei zwischen Rahlstedt und Ahrensburg unterbrochen. Sie sprach von Vandalismus.

Möglicherweise besteht laut Polizei ein Zusammenhang mit dem bevorstehenden G20-Gipfel. Am 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU in Hamburg.

Die Behörden rechnen damit, dass zu dem Spitzentreffen neben vielen tausend friedlichen Demonstranten auch bis zu 8000 gewaltbereite aus dem In- und Ausland anreisen werden. Die Sicherheit dürfte allein die Bundesbehörden 32 Millionen Euro kosten. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Grünen hervor, wie die 'Funke Mediengruppe' berichtet.