Brasilianische Ärztin wollte "aufräumen": Für 300 Tote verantwortlich?

Zurzeit werden die Fälle von 1.700 toten Patienten überprüft

Es ist kaum zu glauben, was eine brasilianische Ärztin getan haben soll: Wie der 'Spiegel' berichtet, könnte Virginia S. für den Tod von 300 Patienten verantwortlich sein. Noch erschreckender als die Taten selbst aber ist das Motiv: Sie war genervt, wollte "aufräumen". Bereits vor einem Monat wurde die 56-Jährige festgenommen, wegen siebenfachen Mordes angeklagt. Vor einer Woche aber wurde sie auf Kaution entlassen.

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Brasilien: Ärztin soll Patienten getötet haben
Virgina S. soll 300 Patienten umgebracht haben. Ihr Motiv: Die Intensivstation nervte sie, die Ärztin wollte "aufräumen". © REUTERS, STRINGER/BRAZIL

Dass ihr weit mehr Patienten zum Opfer gefallen sein könnten, ergab eine Untersuchung erst jetzt. Es bestehen schon mehr als 20 weitere Fälle, und knapp 300 weitere untersuchen wir", zitiert der 'Spiegel' Chefermittler Mario Lobato. Momentan würden insgesamt 1.700 Protokolle von Patienten überprüft, die in den vergangenen sieben Jahren in dem Krankenhaus gestorben sind. Jetzt wollen die Ermittler die Ärztin erneut verhaften.

"Ich will die Intensivstation aufräumen. Sie nervt mich."

Laut Anklage konnte Virginia S. "entscheiden, wann ein Opfer sterben würde". Dabei soll sie sich "allmächtig" gefühlt haben. Ermittler hörten ein Gespräch der Ärztin ab. Darin soll sie gesagt haben: "Ich will die Intensivstation aufräumen. Sie nervt mich." Und: "Leider ist es unsere Aufgabe, den Vermittler zu spielen auf dem Weg in das nächste Leben." Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Virginia S. vor allem für leere Betten sorgen wollte.

Mitangeklagt sind drei Ärzte, drei Krankenschwestern und ein Physiotherapeut. Alle arbeiteten unter Virginia S., die ihre Anführerin gewesen sein soll. Sogar Zeugen soll sie laut 'Spiegel' eingeschüchtert haben. Der Anwalt der 56-Jährigen allerdings bestreitet die Vorwürfe: Seine Mandantin würde ihre Unschuld belegen, es gäbe keine Beweise für die Morde. Jetzt sollen Pläne erarbeitet werden, wie das Krankenhaus zukünftig organisiert werden soll.


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