Brasilien: Hunderte Tote nach Brand-Tragödie in Disko

Pyrotechnische Show löste die Katastrophe aus

In einer Großraum-Disko feiern etwa 2.000 junge Menschen ausgelassen eine Party. Doch nach einer Pyro-Show bricht ein Feuer aus. Panik entsteht, viele Diskogänger schaffen es in der Hektik nicht mehr bis zum Ausgang - offenbar weil Türen verschlossen sind. 233 Menschen werden bei der Feuerkatastrophe in den Tod gerissen.

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In einem Nachtclub in Brasilien hat sich die schlimme Brandkatastrophe ereignet. © dpa, Ag. Rbs

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Zivilschutzes um 120 junge Männer und 113 Frauen. Über 100 Menschen sind noch in Krankenhäusern. Die Mehrheit leide an Rauchvergiftung. Etwa ein Fünftel der Verletzten habe bei dem Unglück Brandwunden erlitten, sagte Gesundheitsminister Alexandre Padilha. 30 Patienten seien an Atemgeräte angeschlossen.

Das Feuer im Nachtclub 'Kiss' entzündete sich nach ersten Erkenntnissen gegen 02.30 Uhr, vermutlich nach einer pyrotechnischen Show, die zum Auftritt einer Musikband gehörte. Als die Band während ihrer Show eine Leuchtfackel entzündete, setzten die Funken vermutlich das Dämmmaterial aus Isolierschaum an der Decke in Brand. Es verbreitete sich ein hochgiftiger Rauch. Die meisten Opfer erstickten oder wurden niedergetrampelt.

Die Polizei hatte zunächst offiziell 245 Todesopfer gemeldet. Diese Zahl wurde dann im Laufe des Sonntags korrigiert. Alle Leichen sind aus den Trümmern geborgen. Nun soll untersucht werden, ob es ausreichend Notausgänge gab.

Präsidentin Dilma Rousseff bricht in Tränen aus

Fernsehreporter am Unglücksort sprachen von einer Tragödie. Die Diskothek hatte eine Kapazität für 2.000 Menschen. Wie viele in der Unglücksnacht wirklich in dem Gebäude feierten, ist noch unklar. Es soll sich um eine Party von Studenten gehandelt haben. "Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmaßes habe ich noch nicht gesehen", sagte Feuerwehrmann Moisés da Silva Fuchs.

Wegen der Katastrophe brach Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ihre Teilnahme an einem Gipfel in Chile ab. Sie versprach alles nur Mögliche zu tun, um den Angehörigen und Opfern der Tragödie zu helfen. "Ich möchte den Brasilianern und der Bevölkerung von Santa Maria sagen, dass wir in diesem traurigem Moment zusammenstehen", erklärte die sichtlich bewegte Staatschefin unter Tränen in Santiago de Chile.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) brachten ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Auch Bundespräsident Joachim Gauck sprach sein Beileid aus. "Ich möchte Ihnen, Frau Präsidentin, und dem brasilianischen Volk, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Meine Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Ihnen gilt mein ganzes Mitgefühl", heißt es in einem Schreiben.

Der Brand erinnert an ähnliche verheerende Unglücke in der Vergangenheit. 2003 starben 100 Menschen in einem Nachtclub in Rhode Island und ein Jahr später kamen in einer Disko in Buenos Aires fast 200 Besucher ums Leben.


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