Brasilien: Randale, Rauchbomben und Verletzte

20.06.2013 | 08:15
Randale in Brasilien Die Proteste in Brasilien rücken näher an den Confed-Cup.

Rücknahme der umstrittenen Preiserhöhungen im Nahverkehr

Nach tagelangen Massenprotesten haben Brasiliens Demonstranten eines ihrer wichtigsten Ziele erreicht. Landesweit wurden Fahrpreiserhöhung für Busse und U-Bahnen zurückgenommen. In São Paulo feierten die Demonstranten die Nachricht. In Niteroi bei Rio de Janeiro gingen die Demonstrationen in der Nacht hingegen weiter.

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Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Sondereinheiten der Polizei, die Tränengas einsetzten. Die Demonstranten hatten zuvor eine Brücke besetzt. Einige Randalierer versuchten, einen Bus umzustürzen und in Brand zu setzen. Auch in São Paulo zogen wieder tausenden Menschen über die zentrale Avenida Paulista.

In São Paulo hatten Gouverneur Geraldo Alckmin und der Bürgermeister der Elf-Millionen-Metropole, Fernando Haddad, zuvor die Preisrücknahme verkündet. Beide Politiker sprachen von einem "großen Opfer" und machten klar, dass die Einnahmeausfälle an anderer Stelle eingespart werden müssten.

Busse und Bahnen sind für Millionen Brasilianer die einzige Möglichkeit, zur Arbeit zu kommen. Die Tarife waren in São Paulo von 3,00 auf 3,20 Reais (1,10 Euro) angehoben worden, was mit notwendigen Investitionen begründet wurde. Dies wird nun rückgängig gemacht.

Weitere Demonstrationen angekündigt

Auch in Rio kündigte Bürgermeister Eduardo Paes die Rücknahme der Tariferhöhung von 2,75 auf 2,95 Reais an. Den gleichen Schritt hatten in der vergangenen Tagen bereits sieben andere Städte verkündet.

Landesweit waren Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Tariferhöhung war ein zentrales Anliegen, doch die Proteste richten sich auch gegen die Milliarden-Kosten für die WM 2014, Misswirtschaft und die Korruption in Brasilien. Die Organisatoren der Demonstrationen feierten den Teilerfolg als wichtigen Sieg und wollen weitermachen.

In bis zu 80 Städten sind weitere Aktionen geplant. Hunderttausende werden erwartet. Unklar bleibt, ob und wie sich die Nachricht über die landesweiten Preissenkungen im Nahverkehr auf die Protestbereitschaft der Demonstranten auswirkt.

Für Rio kündigten mehrere Gruppen Demonstrationen an, wenn am Donnerstag im Maracanã-Stadion das Confed-Cup-Spiel Spanien-Tahiti ausgetragen wird. FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke rechnet mit einer Million Demonstranten.

"Wir können nichts tun", sagte Valcke. "Das ist eine unangenehme Situation für alle Beteiligten. Niemand ist damit glücklich." Das Fußballturnier wird zunehmend von den Demonstrationen überschattet.

Bildquelle: dpa bildfunk