Breivik: Kein Kontakt zu deutschen Neonazis

Bundeskanzlerin Angela Merkel Auch der Name Merkel taucht im Pamphlet des fanatischen Norwegers auf.

Merkel und Sarkozy in Pamphlet erwähnt

Nach den Anschlägen von Oslo und Utøya wächst auch in Deutschland die Angst vor rechtsradikalen Terroristen. Der norwegische Killer Anders Behring Breivik hatte in einem Internetmanifest angegeben, Europa vor der Islamisierung bewahren zu wollen. Untersuchungen der Bundesregierung zeigen allerdings: Der Täter hatte keine Kontakte zur deutschen Nazi-Szene.

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Deutschland hatte Breivik dennoch im Blick: In seinem Manifest erwähnte Breivik mehrmals Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel sei aus seiner Sicht "der am wenigsten schlechte Führer der größeren Nationen“, schrieb Breivik. Die Kanzlerin sorge aber mit ihrer Unterstützung der "schrecklichen EU-Verfassung“ für eine "Eurabisierung“ Europas. Als Parteien, die den von ihm verhassten Multikulturalismus unterstützen, nannte Breivik in Deutschland SPD, CDU, FDP, die Linken, die Grünen und die CSU. Deren politische Führer gehörten zur schlimmsten Gruppe der Verräter und müssten mit dem Tode bestraft werden. Konkrete Anschlagspläne äußert Breivik aber nicht.

Die Bundesregierung konnte bisher keine Verbindungen nach Deutschland erkennen. "Tat und Täter weisen nach derzeitigem Kenntnisstand keine Bezüge nach Deutschland auf“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Vorgänge in Norwegen böten auch keine "zusätzlichen Argumente“ für die innenpolitische Debatte in Deutschland wie die umstrittene Vorratsdatenspeicherung. Das Sicherheitsniveau in Deutschland sei jetzt schon sehr hoch.

Kontakte nach England

Auch eine Untersuchung des Hamburger Verfassungsschutzes ergab, dass Breivik keine Verbindung zur rechtsextremen Szene in der Hansestadt. "Nach allem, was wir wissen, kann man eine Verbindung nach Hamburg ausschließen“, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter. Nach den Anschlägen in Norwegen mit fast 80 Toten hätten die Sicherheitsbehörden automatisch und "regelhaft“ einen solchen Zusammenhang überprüft, erklärte Reschreiter. "Aber es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür.“

Laut britischen Medienberichten soll Breivik mit einer ultra-rechten Gruppierung in Großbritannien kooperiert haben. Dem 'Daily Telegraph' zufolge nannte er in seinem Pamphlet Verbindungen nach England. Breivik will sich demnach bereits im Jahr 2002 einer Gruppe britischer Rechtsextremisten angeschlossen haben, die sich dem Kampf gegen "Multikulturismus" verschrieben haben.

Bildquelle: dpa bildfunk