Brisante BND-Studie: Geheimdienst warnt vor Klima-Kriegen

BND warnt vor Klima-Kriegen
Nicht nur für Ski-Fahrer könnte es in Zukunft richtig eng werden - der BND warnt vor Klima-Kriegen © dpa, Tobias Hase

Rückschlag für die Energiewende befürchtet

Der Klimawandel wird nach Ansicht des Bundesnachrichtendienstes (BND) immer stärker ins Zentrum strategischer Konflikte rücken. Angesichts einer zunehmenden Förderung von Öl und Gas sei die Versorgungssicherheit dagegen nicht mehr das zentrale Thema, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einer BND-Analyse. "Künftig haben wir kein Problem knapper Reserven mehr." Daraus folge, dass der Ausstoß des Klimagases CO2 zunehme und die Umwelt weiter belaste. "Der Verteilungskampf wird darum gehen, wer künftig wie viel CO2 emittieren darf", heißt es in der Bewertung des BND, der damit seine Analyse über die Folgen der Schiefergas und Schieferöl-Funde in den USA von November 2012 und Juni 2013 aktualisiert hat.

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Die zunehmende Förderung dieser unkonventionellen Öl- und Gasvorkommen werde den Wechsel von fossilen auf erneuerbare Energien weiter erschweren. Die ausgewiesenen und anerkannten weltweiten Reserven aus Öl und Gas stiegen durch neue Technologien immer weiter. Der BND rechnet wegen steigender Produktion etwa in Nordamerika nicht nur mit sinkenden Gas- und Öl-Preisen. "Auch Kohle ist billiger als vor fünf Jahren."

Gefährliche Klimagase bedrohen die Weltwirtschaft

Der BND warnt ausdrücklich vor einem "Deponie-Problem" für Klimagase und damit vor einer stärkeren Erderwärmung als bisher angenommen. Klimaforscher hatten errechnet, dass bis 2050 höchstens weitere 1.110 Milliarden Tonnen C02 ausgestoßen werden dürften. "Schon die Verbrennung der heute nachgewiesenen Reserven von Kohle ergäbe aber Emissionen von 1.700 Milliarden Tonnen CO2, bei Öl über 600 Milliarden Tonnen, bei Gas über 400 Milliarden Tonnen CO2", warnt der BND. Die Folge: Ein Anstieg der Meeresspiegel und die Zunahme extremer Wetterbedingungen in weiten Teilen der Erde - mit riesigen volkswirtschaftlichen Kosten. Das ist wohl auch der Grund, warum sich der deutsche Auslandsgeheimdienst so intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Nimmt sich die neue Bundesregierung die Warnung zu Herzen, dürfte dies ein erhebliches Umdenken erfordern. Zwar hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in internationalen Klimakonferenzen selbst die Forderung aufgestellt, der Pro-Kopf-Ausstoß an Klimagasen müsse sich weltweit annähern. Allerdings steht zurzeit beim Thema Energiewende in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD vor allem die Frage des Preises im Vordergrund. Daher werden Stimmen lauter, parallel zu erneuerbaren Energien auch weiter auf Kohle zu setzen. Grünen-Chefin Peter warnte dagegen: "Wer auf fossile Energien wie Kohle und Öl setzt, beschleunigt den Klimawandel, verschärft internationale Konflikte und spielt mit der Zukunft nachfolgender Generationen."


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