Brisantes Interview mit Ex-CIA-Chef Michael Hayden: Militär würde Befehl von Donald Trump verweigern

Vorwahlkampf in den USA wird ungewöhnlich widerlich
Vorwahlkampf in den USA wird ungewöhnlich widerlich Super-Tuesday steht an 00:01:14
00:00 | 00:01:14

"Folter funktioniert"

Sollte Donald Trump tatsächlich der neue US-Präsident werden, dann könnte ihm das Militär die Gefolgschaft verweigern. Das sagte der ehemalige Direktor der CIA, Michael Hayden, in einem Interview mit dem Fernsehsender 'HBO'.

- Anzeige -
Donald Trump
Das Militär würde Trump den Befehl verweigern © REUTERS, CHRIS KEANE

Der Grund: In seinen Wahlkampfreden macht Trump keinen Hehl daraus, dass er die Folter von Gefangenen für ein probates Mittel im Kampf gegen den Terror hält. Trump sagte dazu: "Es soll niemand sagen, Folter funktioniere nicht – Folter funktioniert." Im Falle eines Sieges wolle er umstrittene Verhörmethoden wie Waterboarding, also simuliertes Ertränken, wieder einführen. Auch sagte Trump mehrmals, dass die USA zur Abschreckung Familienmitglieder von Terroristen töten sollten.

Hayden: Trump verstößt gegen Völkerrecht

Gerade diese Äußerung beunruhigt den früheren CIA-Direktor am meisten. "Würde er das befehlen, würde das Militär sich weigern, den Befehl auszuführen." Schließlich gebe es Vorschriften, unrechtmäßige Befehle nicht zu befolgen. Und das Töten von Angehörigen von Terroristen verstoße klar gegen internationales Recht wie der Genfer Konvention, sagte Hayden. Ob diese Art der Befehlsverweigerung nicht einem Militärputsch gleichkomme, wird er dann im Interview gefragt. Er wolle nicht den Eindruck erwecken, das Militär wolle putschen, erwidert Hayden.

Ob Provokation oder nicht - der Ex-CIA-Direktor liefert den Amerikanern jedenfalls genug Gründe, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Sie haben jetzt noch genug Zeit, sich vor den Wahlen am 8. November noch mal ganz genau zu überlegen, wem sie ihre Stimme geben.