Britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher ist tot

'Eiserne Lady' stirbt mit 87

Sie war die erste weibliche Premierministerin Großbritanniens: Margaret Thatcher ist im Alter von 87 Jahren in London gestorben. Sie erlag den Folgen eines Schlaganfalls. Dies gab ihr Sprecher Lord Timothy Bell unter Berufung auf die Familie Thatcher bekannt.

- Anzeige -
Eiserne Lady Margaret Thatcher ist tot
Margaret Thatcher war über ein Jahrzehnt lang Premierministerin in England (Archivfoto vom 13. Oktober 1989). © REUTERS, STRINGER

Die als 'Eiserne Lady' bekanntgewordene konservative Politikerin hatte bereits mehrere Schlaganfälle erlitten. Nach Angaben ihrer Tochter war sie seit Jahren dement. Sie hatte sich nur noch selten in der Öffentlichkeit gezeigt.

Thatcher war von 1979 bis 1990 Premierministerin Großbritanniens. Es war die längste Amtszeit eines Premiers seit 1827. Thatcher machte sich vor allem durch den Falkland-Krieg gegen Argentinien und ihre Rolle innerhalb der damaligen Europäischen Gemeinschaft einen Namen. Ihre Worte "Ich will mein Geld zurück", mit denen sie den sogenannten "Britenrabatt" durchsetzte, sind legendär geworden.

Sie war eine knallharte Persönlichkeit

Thatcher wird nach Informationen aus der Downing Street mit einer großen Trauerfeier die letzte Ehre erwiesen. Ihr Leichnam solle aber nicht öffentlich aufgebahrt werden, hieß es.

Thatcher hatte die britische Politik und Teile der Weltpolitik in den 1980er Jahren geprägt. Innenpolitisch hatte vor allem ihr extrem harter Kurs gegen die in Großbritannien bis dahin traditionell starken Gewerkschaften, das Kürzen von Sozialleistungen und eine von ihrer Regierung in Gang gesetzte Welle von Privatisierungen Proteste erzeugt.

Kritiker ihrer Politik sehen dies als schwere Fehler an, Befürworter halten die Reformen nach wie vor für wichtige strukturpolitische Weichenstellungen.

Außenpolitisch gab sich Thatcher ebenso kompromisslos. Mit US-Präsident Ronald Reagan wurde ihr ein innige politische Freundschaft nachgesagt, das Verhältnis zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) galt dagegen als gespalten. Nach dem Fall des Eisernes Vorhanges hatte sich Thatcher zunächst skeptisch gegenüber einer Wiedervereinigung Deutschlands gezeigt. "Es ist doch klar: Ihr Deutschen wollt nicht Deutschland in Europa verankern. Ihr wollt den Rest Europas in Deutschland verankern", sagte sie 1993 in einem 'Spiegel'-Interview.

Wie im Jahr 2010 veröffentlichte Dokumente zeigten, verfügte Thatcher über einen äußerst starken Charakter, der ihr auch den Namen 'Eiserne Lady' einbrachte. Sie verspürte tiefe Verachtung für die Gewerkschaften, die sie ja dann auch knallhart entmachtete. Kritiker werfen ihr zudem einen latenten Rassismus vor.

Die konservative Thatcher löste 1979 die Labour Party an der Macht ab. Schon von 1970 bis 1974 war sie unter Premier Edward Heath Kultur- und Wissenschaftsministerin. In dieser Zeit wurde sie im Königreich bekannt als 'Milchräuberin', weil sie die kostenlose Schulmilch abschaffte.

Die Briten wussten also, auf wen sie sich einließen, als sie die zweifache Mutter 1979 ins Amt wählten. Umstritten blieb sie während ihrer gesamten Amtszeit. Im Jahr 1984 überlebte sie in Brighton einen Anschlag der irischen IRA, bei dem fünf Personen starben.

In den letzten Jahren lebte Thatcher sehr zurückgezogen, nachdem sie schon mehrere Schlaganfälle hatte.


- Anzeige -