Brust aus Angst vor Brustkrebs amputiert

Evelyn Heeg wusste keinen Ausweg mehr

Evelyn Heeg ist völlig gesund. Trotzdem steht sie vor einer der schwersten Entscheidungen ihres Lebens. Sie will ihre gesunden Brüste abnehmen lassen. Aus reiner Vorsorge:

"In meiner Familie sind viele an Brustkrebs verstorben. Zum einen meine Mutter, die ich sehr früh verloren haben, zwei Tanten und noch meine Oma", erklärt die Lehrerin.

Das will sie unbedingt vermeiden und besucht deshalb das Kölner Brustzentrum. Hier erfährt sie von einer Ärztin vom vererbbaren Gendeffekt BRCA1. Wer den in sich trägt, erkrankt zu 80 Prozent an Brustkrebs. Doch kaum eine Betroffene lässt sich prophylaktisch die gesunde Brust abnehmen.

Evelyn Heeg lässt ihr Blut auf diesen tückischen Gendeffekt hin untersuchen. Sollte sie betroffen sein, will sie ihre Brüste amputieren lassen. Monatelang hofft sie, doch dann die bittere Diagnose. Positiv! Für die Lehrerin gibt es kein Zurück mehr. Was für die meisten Frauen eine Katastrophe wäre, ist für sie eine Befreiung. "Es war immer die Brust schuld, dass jemand das Leben verloren hat. Da fehlt mir der positive Bezug zu sagen, die Brust ist der Inbegriff der Weiblichkeit. Für mich ist der Inbegriff von Tod. Eher eine tickende Zeitbombe!", so Evelyn.

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Evelyn bereut ihre Entscheidung nicht

In ihrem neuen Busen hat Evelyn Heeg kaum Gefühl. Trotzdem hat sie diesen Teil ihrer Weiblichkeit gern geopfert, nur um nicht an Brustkrebs zu erkranken. Viele finden mein Verhalten hysterisch sagt die Lehrerin, nur ihr Mann Tino stand immer zu ihr.

Evelyn Heeg würde es immer wieder tun. Für sie gab es nie eine Alternative zu dieser radikalen Brust-OP. Sie wollte möglichen Tumoren einfach zuvorkommen. Und die nächste schwierige Lebens-Entscheidung steht bereits an. Die OP-Kosten von 50.000 Euro hat die Kasse bezahlt. Wäre die Lehrerin tatsächlich an Brustkrebs erkrankt, wäre es durch Chemotherapie und Bestrahlung viel teurer geworden.